Apr 142015
 

bundeswehr - nein dankeBitte schickt uns bis zum 06.05.2015 (Mi.) eine kurze Email (freedumm@gmx.de), falls ihr die folgende Erklärung als Einzelperson (Name/ Ort/ sonstige Angaben) oder Gruppe ebenfalls unterstützen wollt. Diese soll am 07.05. an Oberbürgermeister Vaupel, die Landrätin Fründt und den Hitzeroth Verlag weitergeleitet sowie in einer Pressemitteilung an die Medienvertreter_innen in der Region geschickt werden.

Am 12. und 13. April lud der Hitzeroth Verlag u.a. Schüler_innen aber auch Abgänger_innen, Studierende, Auszubildende und Existenzgründer_innen in die Georg-Gaßmann-Hallen ein, um ihnen “neue berufliche Herausforderungen” vorzustellen, wie es auf der Homepage der Job-Messe “Ansage Zukunft” heißt. Sie fand bereits zum zweiten Mal statt und stand unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und Landrätin Kirsten Fründt (SPD). Soweit erstmal nicht weiter ungewöhnlich, sondern eher Ausdruck des alltäglichen Wahnsinns der zwanghaften Selbstökonomisierung.

Wird die Liste der Aussteller_innen jedoch genauer betrachtet, fällt auf, dass die Bundeswehr ebenfalls mit einem Stand vertreten war und über ihre attraktiven, familien- und menschenfreundlichen Arbeitsbedingungen informierte.

Damit wurde der Bundeswehr auf der “Ansage Zukunft” Messe eine Plattform geboten, um sich als eine Arbeitgeberin unter vielen anderen Unternehmen zu inszenieren. Allein schon die Tatsache, dass das bundesdeutsche Militär eine solche Veranstaltung nutzt, um für sich und seine Aktivitäten mehr gesellschaftliche Akzeptanz zu erlangen, finden wir mehr als kritisch. Dass aber die Stadt Marburg, die Landrätin und der Hitzeroth Verlag, nebenbei Herausgeber der Oberhessischen Presse, dies auch noch unterstützen, können und wollen wir nicht akzeptieren.

Bei der Bundeswehr – wie auch bei anderen Berufsarmeen – zu arbeiten, bedeutet, sich dem Kriegsdienst zur Verfügung zu stellen, Befehle zu akzeptieren statt diese zu hinterfragen. Mord auf Befehl und blinden Gehorsam als empfehlenswerte Berufswahl darzustellen, ist mehr als fragwürdig. Des Weiteren ist kaum zu leugnen, dass Krieg und somit der Einsatz des militärischen Arms des Staates in der Regel der Verfolgung wirtschaftlicher und geo-strategischer Ziele dient. Doch das nur nebenbei. Anstatt die allgegenwärtigen PR-Kampagnen der Bundeswehr (bspw. in Sportstadien, Fernsehen/Rundfunk, Rekrutierungsbemühungen in (Hoch-)Schulen und Werbung in Magazinen) zu unterstützen, sollten die verantwortlichen Parteien sich lieber dafür einsetzen, die zunehmende zivil-militärische Zusammenarbeit zurückzudrängen. Es gibt bereits einige Positivbeispiele: Zahlreiche Universitäten etablierten eine Zivilklausel, also eine freiwillige Verpflichtung zur Forschung für ausschließlich zivile Zwecke. Bundesweit boykottieren bereits zehn Schulen jegliche Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und bezeichnen sich als militärfrei.

Die Teilnahme der Bundeswehr an der Job-Messe “Ansage Zukunft” und damit auch ihre Unterstützer_innen verstoßen zudem gegen die UN Kinderrechtskonvention: “Mit dem 2. Fakultativprotokoll zur Kinderrechtskonvention wird die Rekrutierung Min­der­jähriger geächtet.” – www.kinderrechtskonvention.info

Die Unterzeichner_innen dieser Erklärung fordern die Verantwortlichen auf, dafür zu sorgen, dass der Bundeswehr in Zukunft keine Bühne mehr auf Job-Messen in Marburg geboten wird. Stattdessen soll dafür Sorge getragen werden, dass entsprechende Rekrutierungs- und Werbeauftritte in Schulen und der Bundesagentur für Arbeit bzw. dem Job-Center unterbunden werden!

Bisher unterzeichnet von:

  • Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) Marburg
  • Antifaschistischer Ratschlag Marburg
  • Demokratische Linke (DL), Hochschulgruppe im Studierendenparlament der Philipps-Universität Marburg
  • Die Linke.SDS, Hochschulgruppe im Studierendenparlament der Philipps-Universität Marburg
  • Fraktion DIE LINKE im Kreistag Marburg-Biedenkopf
  • Fachschaft Archäologische Wissenschaften, Philipps-Universität Marburg
  • Fachschaft 21 Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philipps-Universität Marburg
  • Free Education Movement Marburg (FreEduMM)
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kresiverband Marburg-Biedenkopf
  • Landesausschuss der Studentinnen und Studenten (LASS) der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen
  • NoBorderGruppe Marburg
  • Sozialistische Jugend – Die Falken Ortsverband Marburg
  • Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Gießen-Marburg
Einzelpersonen:
  • Anke Valeria Neufeld / 35440 Linden / Studentin an der Philipps-Universität Marburg
  • Birgit Eggers / 35037 Marburg / Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V.
  • Clara Stieglitz / Marburg
  • David Scheuing / 35037 Marburg
  • Fabian Mauderer / 35037 Marburg / Studierender an der Goethe-Universität Frankfurt/M
  • Hajo Zeller / Marburg 35037 / DIE LINKE. KV Marburg-Biedenkopf (Geschäftsführer)
  • Jan Schalauske / Stadtverordneter der Marburger Linken und Kandidat für die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Marburg 2015
  • Johanna Thiel / Marburg
  • John Preuss / Marburg
  • Julian Wolff / 10965 Berlin / Student
  • Justyna Oblacewicz / 35041 Marburg / Studentin an der Philipps-Universität Marburg
  • Maren Bartels / 35075 Marburg / Studentin an der Philipps-Universität Marburg
  • Marius Beckmann / Marburg / Oberbürgermeister-Kandidat der PARTEI
    persönliches Statement: “Die Einzigen, die in schlecht sitzenden Uniformen für obskure Dinge werben dürfen sind wir als PARTEI.”
  • Markus Hermann / 35037 Marburg
  • Moritz Sommer / 35041 Marburg
  • Paul Sutter / Marburg / ATOMarburg
  • Ronja Bußmann / 35037 Marburg / Studierende an der Philipps-Universität Marburg
  • Tobias Klös / Marburg / Student der Erziehungs- und Bildungswissenschaft (Master) an der Philipps-Universität Marburg und Aktives Fachschaftsmitglied in der Fachschaft Erziehungs- und Bildungswissenschaft
  • Toma El-Sarout / 35037 Marburg
  • Torben Schwuchow / 35037 Marburg
Okt 182012
 

In diesem Semester findet an der Universität Marburg eine bildungspolitische Vortragsreihe mit renommierten Referenten statt, die eine Gruppe Lehrer aus Marburg organisiert hat. Hierzu ist ein Jeder, ob Elternteil, Schüler_in, Studierende oder einfach Interessierte, herzlich eingeladen, der sich für emanzipatorische Bildung im Allgemeinen interessiert und Diskussionsbedarf hat.

Die Auftaktveranstaltung findet am 1.11.2012 im Hörsaal 00/007  (im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes in der Biegenstraße 14 in Maburg) statt.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen!

Jun 162009
 

Die Vollversammlung an der Martin-Luther-Schule Marburg ab der 9. Klasse vom 16. Juni war ein voller Erfolg.

Die Schülerinnen und Schüler wurden seitens der Schülervertretung auf die Aktionswoche zum Bildungsstreik hingewiesen und auf die Aktionen aufmerksam gemacht. Die Schüler_innen-Forderungen an die Politik stießen auf eine sehr breite Zustimmung. Auch die regionale Presse war anwesend. Am Ende der Vollversammlung wurde die folgende Resolution mit einer großen Mehrheit angenommen:

Resolution

Wir, die Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-Schule ab der 9. Klasse, werden die derzeitigen Missstände in dem Hessischen Bildungssystem und an unserer Schulen nicht länger hinnehmen.

Wir denken, dass..

  • es ist nicht zu akzeptieren ist, dass unsere Bildung an der finanziellen Situation unserer Eltern hängt. Bildung muss frei für alle sein.
  • es ist unmöglich ist, die „Lernfähigkeit“ eines 10 jährigen Kindes zu beurteilen und dann daran dessen schulische Laufbahn festzumachen. Die frühe schulische Selektion muss aufhören.
  • es ist nicht weiter mit anzusehen ist, wie Kinder bereits in der 5. Klasse aufgrund von G8 keinerlei Freizeit mehr haben und unter ständigem Stress stehen. Das Konzept „G8“ muss dringend überarbeitet werden.
  • es nicht sein darf, dass Schülerinnen und Schüler, welche überhaupt der Grund einer jeden Schule sind, an dieser kaum Mitspracherechte haben. Das Schulsystem muss überarbeitet werden.
  • es ist inakzeptabel ist, dass Schülerinnen und Schüler dann Angst haben müssen, sich für ihre Interessen einzusetzen, da sie sonst beispielweise schlechte Noten zu erwarten haben. Die Rechte der Schülerinnen und Schüler müssen geachtet und geschützt werden.

Wir, die Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-Schule ab der 9. Klasse, beschließen daher hiermit, uns an der Bundesweiten Aktionswoche „Bildungsstreik 2009“ zu beteiligen.

Vollversammlung der Schülerinnen und Schüler
der Martin-Luther-Schule, ab der 9. Klasse