
Pressemitteilung
03.06.09, Münster
SchülerInnen des Pascal-Gymnasiums stimmen mit überragendem Ergebnis für Bildungsstreik
Am heutigen Mittwoch haben Schülerinnen und Schüler des Pascal-Gymnasiums in Münster über die Teilnahme am bundesweiten Bildungsstreiks 2009 abgestimmt.
Von 777 Abstimmenden stimmten 643 (82,8 Prozent) mit Ja, 31 (3,9) stimmten mit Nein und 103 (13,3 Prozent) SchülerInnen haben sich enthalten. Damit haben sich die SchülerInnen mit einer überwältigen Mehrheit für Streik ausgesprochen. Damit werden die SchülerInnen des Pascal-Gymnasiums am 17. Juni 2009 in den Ausstand treten.
Drei Vollversammlungen
“Erst wollen wir euch erklären, was der Bildungsstreik ist, dann stellen wir euch die Forderungen vor und dann werden wir über die Teilnahme am Bildungsstreik abstimmen”, sprach die SchülerInnenvertretung zu Beginn des Vollversammlungsmarathons in der Aula des Pascal-Gymnasiums. Insgesamt gab es drei in Klassenstufen aufgeteilte SchülerInnen-Vollversammlungen, in denen der Bildungsstreik vorgestellt wurde.
In der Vergangenheit hätte es zwar von Seiten der Studierenden Proteste gegen Studiengebühren und für ein gerechteres Bildungssystem gegeben. Auch ein Schulstreik habe stattgefunden, so die SchülersprecherInnen, an diesem habe Münster aber leider nicht teilgenommen. Nun sei deshalb Zeit gemeinsam auf die Straße zu gehen und für eine bessere Bildung zu demonstrieren. Dafür lohne es sich auch “Fehlstunden zu kassieren”.
Schülervertretung stellt Forderungen vor
“Wir wollen die Korrektur von G8, die Abschaffung der Kopfnoten, die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems, weniger Leistungsdruck und qualifizierte LehrerInnen”, so stellte die SchülerInnenvertretung des Pascal-Gymnasiums den SchülerInnen die Forderungen vor, welche die SV für den Bildungsstreik ausgearbeitet haben. “Und wir wollen mehr Mitbestimmung. Wir wollen die Drittelparität zurück.”
Doch nicht nur die Schülervertretung, auch der Rektor des Pascal-Gymnasiums kam während der Vollversammlung zu Wort: “Natürlich hat jeder Mensch in Deutschland das Recht, seine Meinung zu äußern. Allerdings nicht uneingeschränkt und nicht in der Unterrichtszeit”, sprach Rektor Lübbering, und ergänzte: “Lehrer und Schüler können nicht einfach streiken. Wer am Streik teilnimmt, muss mit Sanktionen rechnen. Wir sind dazu verpflichtet, ganz normal Unterricht anzubieten. Auch eure Eltern können euch nicht entschuldigen”, so Lübbering über die Gefahren des Bildungsstreiks auf.
“Wenn alle gehen…”
Die SchülerInnen zeigten sich teilweise empört über diese Regelung. Manche schlugen gar vor, die Schulordnung geschickt zu umgehen und die Teilnahme am Bildungsstreik als Schulausflug zu deklarieren.
“Wenn wir alle zur Demonstration gehen und alle die gleichen Fehlstunden haben, spielen die Fehlstunden keine Rolle mehr”, meinte ein an der Vollversammlung teilnehmender Schüler. “Außerdem gab es bei der Demonstration gegen den Irak-Krieg auch keine Fehlstunden”, konterte die SchülerInnenvertretung.
SchülerInnenvertretung jubelt über Ergebnis
Die SchülerInnenvertretung freute sich über das Abstimmungsergebnis. “Wir sind begeistert und freuen uns auf die Demonstration am 17. Juni”, so Josha Thiele, Schülervertreter am Pascal-Gymnasium.
Der letzte Schülerstreik am Pascal-Gymnasium ist geschätzte 16 Jahre her.
In nächster Zeit werden auch am Annette von Droste-Hülshoff Gymnasium und am Schiller Gymnasium Vollversammlungen und Abstimmungen über den Bildungsstreik stattfinden.









