Am gestrigen Donnerstag (04.08.2011) haben erneut zehntausende Studierende, Schüler_innen, Lehrende und andere gesellschaftliche Gruppen gegen die Privatisierung von Bildung demonstriert. Monatelang schon gehen Menschen massenweise für freie Bildung auf die Strassen von Chile. (Chronologie der Proteste) Seit der Pinochet-Diktatur (1973-1990) dominieren private Schulträger. Auch die nachfolgenden Mitte-Links-Regierungen (1990-2010) änderten daran nichts. Für die Schulbildung ist nicht der Zentralstaat verantwortlich, sondern die Kommunen. 80 Prozent der Studienkosten müssen von den Studenten selbst finanziert werden. Viele starten deshalb mit einem hohen Schuldenberg ins Berufsleben. (faz.net) Eine Gruppe von ca. 200 Personen hat erfolgreich den Ferneshsender Chilevision besetzt und die Austrahlung einer Botschaft mit ihren Anliegen erwirkt. Der Protest wurde durch die Polizei unter Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas gewaltsam niedergeschlagen. Landesweit wurden 550 Menschen verhaftet, die meisten in Santiago de Chile.

Mehr Infos:
amerika21.de + faz.net + ISM-Plattform

Sei es nun in der Schule, auf der Uni oder dem Arbeitsplatz, immer mehr Menschen leiden unter Depression und dem zunehmenden Druck erzeugt durch die Leistungsgesellschaft…

„Angst vor dem Versagen“

Jeder Zweite, der 2010 beim Studentenwerk München Hilfe suchte, kam mit „studienbedingten Problemen“, im Jahr zuvor war es nur jeder Dritte. Diplom-Psychologin Petra Holler leitet dort die psychosoziale Beratungsstelle.

SZ: Mit welchen Problemen sind Sie konfrontiert, was hat sich verändert?
Holler
: Wir hören häufiger von Arbeits- und Lernstörungen, Prüfungsängsten, Aufschiebeverhalten, Problemen bei der Entscheidungsfindung. Dagegen sind die klassischen Identitätsfragen seltener geworden: Wer bin ich, was kann ich, wo soll ich hin im Leben? Ansonsten gibt es Krisen jeglicher Art, zum Beispiel Überlastungs- und Erschöpfungskrisen. Auch die Selbstwertproblematik spielt eine Rolle. Manche haben das Gefühl, sie schaffen es nicht. Das steht häufig im Zusammenhang mit dem eigenen, überzogenen Leistungsideal. Das kann bis zur Depression führen.

SZ: Wie äußert sich diese?
Holler
: Die Betroffenen haben häufig Schlafstörungen, sie sind freud- und lustlos, ziehen sich von ihren Freunden zurück. Vor allem aber leiden sie unter tiefen Selbstzweifeln und Versagensgefühlen.

SZ: Ist für diese Entwicklung die Einführung des Bachelor- und Masterstudiums verantwortlich?
Holler
: Der Leistungsdruck ist hoch, aber die Umstellung ist nur zum Teil schuld. Auch der Zeitgeist hat sich gewandelt. Die Gesellschaft erwartet ein schnelles, ökonomisches, effizientes Studium. Das war früher anders. Noch in den 90er Jahren war die Zeit, die den Studenten, der sogenannten Elite, für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit gewährt wurde, sehr viel weniger festgezurrt.

SZ: Bedeutet das ein Ende des akademischen Ideals?
Holler
: Es gibt durchaus noch idealistische Studenten, die sich davon nicht beirren lassen. Aber es ist häufig nicht mehr möglich, auch mal etwas auszuprobieren, mal in eine Vorlesung aus einem anderen Fachbereich zu gehen.

SZ: Man könnte den Eindruck gewinnen, dass gerade Studenten besonders viele Probleme haben. Aber junge Leute, die eine Lehre machen, dürften doch auch Stress haben.
Holler
: Untersuchungen zur durchschnittlichen Krankheitshäufigkeit belegen da keine großen Unterschiede. Aber es gibt welche. Lehrlinge bekommen viel früher Anerkennung und Geld. Ein Student muss Jahre vorausdenken und sich bewusst machen, dass er den Lohn für seine Mühe erst viel später erhält. Für viele ist dieser Spannungsbogen zu lang.

SZ: Ist dann ein Studium der falsche Weg?
Holler
: Ja, wenn es quälend wird, weil man eigentlich gar nicht studieren wollte, sondern das Studium nur als Verlegenheitslösung sieht, nach dem Motto: Ich habe Abitur, da wäre es doch Verschwendung, nicht an die Uni zu gehen.

SZ: Wollen denn viele Studenten aufgeben?
Holler
: Nein. Die allermeisten sagen: Ich will es schaffen, ich darf nicht zweifeln. Da ist es für einen Berater dann schwierig, mit dem Studenten gemeinsam über einen Plan B nachzudenken.

SZ: Was raten Sie in so einem Fall?
Holler: Sich vielleicht eine Auszeit zu nehmen. Aber vielen macht das Angst. Sie interpretieren normales Zweifeln bereits als Scheitern.

SZ: Welche Ängste treiben Studierende noch um?
Holler
: Die Angst, mit dem erworbenen Wissen keinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Das kann gerade für Geisteswissenschaftler problematisch sein und sich am Ende des Studiums zu einer Krise auswachsen. Nun gehören Krisen aber zum Leben. Man kann sie durchstehen. Doch die heutigen Rahmenbedingungen lassen dafür keinen Raum mehr.

Interview: Ralf Steinbacher

Süddeutsche Zeitung 2.5.11 Seite 16 —

Bereits im Juli letzten Jahres berichtete Monitor über das zunehmende Leid ausgelöst durch Depressionen unter Kindern. Der Beitrag kann weiterhin hier angesehen werden!

Marburg, 08.06.10

Pressemitteilung der Initiative Bildungsstreik Marburg zu lokalen Aktionen im Rahmen des Aktionstages des „bundesweiten Bildungsstreik“ am 09.Juni

Mit der Bitte um sofortige Veröffentlichung

Proteste für ein anderes Bildungssystem in mehr als 70 Städten – auch in Marburg

Für heute, dem 9. Juni 2010, ruft ein breites Bündnis bestehend aus Eltern, Lehrenden, Schüler_innen und Studierenden im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „des Bildungsstreiks“ unter dem Motto „Freie Bildung für ein freies Leben – Kürzungen aktiv entgegentreten!“ zu einer Demonstration auf. Mit dieser soll gegen die derzeitigen Zustände im Bildungssystem in vielerlei Hinsicht protestiert werden. Vom Kindergarten, über die Schulzeit bis zur Hochschule sind krank machender Leistungsdruck, zunehmende Entdemokratisierung von Bildungseinrichtungen (z.B. Einführung des Hochschulrats), Schulzeit– und Verkürzung der Studiendauer (z.B. G8 oder Bachelor/Master System), soziale Selektion (z.B. durch Notenvergabe und gegliedertes Schulsystem) und eine grundsätzliche zunehmende Ausrichtung der Lehrinhalte nach ökonomischen Gesichtspunkten nur einige Symptome.
Die neulich angekündigten Haushaltskürzungen für Schulen und Hochschulen verschärfen diese Entwicklungen nur noch zunehmend.
Emma Zita, eine im lokalen Bildungsstreik-Bündnis aktive Mutter, betont: „Neben den konkreten Problemen sollen Denkanstöße zu den zentralen Fragen, welche gesellschaftliche Funktionen das öffentliche Bildungssystem hat und eigentlich haben sollte in die Öffentlichkeit getragen werden! Das muss gesamtgesellschaftlich diskutiert werden. Das Bildungssystem geht uns alle an!“.

Es ist von großer Bedeutung, dass ebenfalls am 09.Juni Protestaktionen für freie und emanzipatorische Bildung in mehreren Städten Österreichs stattfinden. Dies betont die internationale Dimension des Problems. Eine verstärkte Globalisierung des Protests ist schon seit mehreren Monaten zu beobachten.

Es gibt zwei Startpunkte. Gegen 13.00 Uhr formiert sich ein Demonstrationszug an der Mensa Erlenring. Eine viertel Stunde später versammeln sich hauptsächlich Schülerinnen und Schüler zu einem zweiten Demonstrationszug an der Leopold-Lucas-Straße / Gesundheitsamt.
An der Augustinertreppe wird es gegen 13.45 Uhr zu einer Zwischenkundgebung kommen.
Um 14.45 Uhr soll die Demoroute am Firmaneiplatz ihren Abschluss finden.

Es werden Redebeiträge von einem Schüler, einer Mutter, einem Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und einem Studierenden erwartet.

Es gibt Initiativen die Demonstration am Abschlussort in spontane öffentliche Workshop-Phasen und Diskussionsrunde münden zu lassen.

Noch am selben Abend sind alle Bildungsinteressierten aufgerufen sich im Foyer des Hörsaalgebäudes der Universität (Biegenstraße 11) um 18.00 Uhr einzufinden, um bestehende Organisierungsstrukturen auszubauen und die nächsten Schritte zu besprechen.

Für Nachfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Initiative Bildungsstreik Marburg
www.bildungsstreik-marburg.de
e-Mail: kontakt@bildungsstreik-marburg.de
Tel.: 0151 20476928

Bildungsstreik (bundesweit)
www.bildungsstreik.net

Bildungsbewegung in Österreich
www.unsereuni.at

demo-muc

Ein Überblick:

Nicht Vollständig: schreibt ein Kommentar wenn was fehlt!

Demos:

heutige Besetzungen:

Übersicht aller Besetzten Unis Weltweit

Heutige Aktionen:

Repressionen:

Unvollständige Presseschau:

Hier die Pressemitteilung zur Räumung gestern, mehr folgt – auf unterschiedliche Arten und Kanälen – in den nächsten Tagen! Wir sind da, wir geben nicht auf!

Jetzt erst recht!
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Plenum mit ca. 100 Student_innen hat sich gerade zu einer Besetzung entschlossen.

Es können alle kommen!

Ausstattung für VoKü noch nicht komplett…..Kommt und helft mit
diesen Freiraum zu gestalten und euren Protest zu artikulieren!

Wir möchten die Meinung aller die sich für eine
bessere Bildung einsetzen wollen.

Update:
nach dem ersten Plenum ist klar: Wir bleiben!
Die Uni hat uns gerade signalisiert uns erst mal zu dulden!
Also kommt vorbei, bringt was mit, bringt euch ein!

Update:
Erste Bilder sind Online
Vollversammlung Marburg
Besetztung des AudiMax

One World – One Struggle – Education is NOT for $A£€!

Wessen AudiMax? Unser AudiMax!

Einladung zur Pressekonferenz am 6. November 2009 anlässlich der „Global Week of Action“

Was sind die Probleme der Studierenden in Deutschland, aber auch weltweit? Wie hängen Bildung und Erziehung auf internationaler Ebene zusammen? Hat Bologna wirklich einen europäischen Hochschulraum geschaffen für gute, freie und finanzierbare Bildung? Wie lassen sich die Bildungseinrichtungen weltweit so verändern, dass sie den Anforderungen der Schüler_innen, Studierenden und der Gesellschaft als Ganzes entsprechen?
Bildungsproteste in Europa zeichnen sich zunehmend durch eine neue Entschlossenheit und Intensität aus, wie am Beispiel Österreich zu sehen ist. Wir alle zeigen uns solidarisch und folgen ihrem Beispiel.
Am 5. November 2009 findet weltweit der „Warm-up Day“ für die kommenden Bildungsproteste statt. Vom 9. bis 18. November 2009 rufen im Rahmen der „Education is NOT for $A£€ – Global Week of Action“ mehr als 60 Gruppen in knapp 30 Ländern zu öffentlichen Diskussionen, Demonstrationen und Besetzungen auf. In Deutschland sind lokale Bildungsstreikbündnisse und Studierendenvertretungen aus u.a. München, Bonn, Marburg, Frankfurt/M., Berlin, Heidelberg, Hamburg, Münster, Bochum involviert.
Der 17. November wird von Großdemonstrationen und weiteren Protesten in diversen Ländern gekennzeichnet sein gefolgt von einer intensiven Bildungsstreik-Phase in Deutschland, die mit der Blockade der Kultusministerkonferenz in Bonn und der Hochschulrektorenkonferenz in Leipzig ihre Höhepunkte erreichen wird.

Für freie Bildung – weltweit. Bildung ist keine Ware!
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Alle Bündnisse sind aufgerufen dieses Video zu Verlängern!
Anleitung und internationaler Aufruf für das Videoprojekt: United Video Project

bologna-prozessAm Montag, den 26. Oktober hielt das Bologna Experten-Team (Hofrätin Dr. Maria Edlinger-Uni Graz; Prof. Dr. Ulrich Bartosch-KU Eichstätt-Ingolstadt) an der Philipps Universität Marburg eine Werbeveranstaltung zum Bologna-Prozess ab. Thema der Veranstaltung war die Durchführung der Bologna-Umstrukturierung an der hiesigen Hochschule, namentlich „Bologna in Marburg – Tragweite und Funktion universitärer Bildungsziele“. Die Veranstaltung wurde in die Bereiche Kompetenzen, Internationalisierung, Modularisierung und Bologna & IT eingeteilt. Zu diesen Bereichen wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Eingeladen waren Angehörige der Studierendenschaft, des Lehrkörpers und der Verwaltung der Philipps Universität Marburg.
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Bildungsstreik – Camp steht!!

Seit letzte Nacht steht das Protest-Camp vor dem Hörsaalgebäude (Biegenstraße). Dieser entstande Freiraum dient als Anlaufstellle für alle (Schüler_innen, Studis, Eltern, einfach alle) die Fragen zum Bildungsstreik haben, sich informieren wollen oder einfach in lockerer Runde über gesellschaftliche, philosophische, bildungspolitische oder sonstige interessante Themen unterhalten möchte.

Kommt einfach mal vorbei – sei es nur für 5 Minuten oder mit Zelt und Schlafsack für die ganze Woche ;)

Die aktuellen Termine in Marburg im Zusammenhang mit dem Bildungsstreik gibt es hier. Der aktuelle Überblick kann auch hier als Flyer heruntergeladen werden.

Kontaktiert werden kann das lokale Bildungsstreikbündnis unter: bildungsstreik.marburg[at]gmail.com

Es geht los!

Stündlich kommen nun Nachrichten aus anderen Städten herein.

Unter anderem wurde das Seminar für Ethnologie in Halle sowie ein Gebäude der FU Berlin besetzt. In Bochum werden Teile der Ruhr Uni blockiert und in Heidelberg wird außerdem das Philosophische Seminar besetzt gehalten. In diesem Zusammenhang wurde folgende Presseerklärung veröffentlicht:

== „Philosophie lässt sich nicht auswendig lernen“ ==
Pressemitteilung der Freien Fachschaft Philosophie vom 15. Juni 2009

„Philosophie kann man nicht auswendig lernen”, „Credit Points = Fesseln für den lebendigen Geist” und „Freie Bildung für alle”, das sind die Sprüche auf den Plakaten, welche an den Außenwänden des philosophischen Seminars in Heidelberg im Wind flattern.

Seit dem Morgen des 15. Juni ist das Philosophische Seminar der Uni Heidelberg besetzt, nachdem die Studenten und Studentinnen schon am Sonntag Abend die Arbeit begannen und die Nacht im Institut verbrachten. Die Eingänge zu den Dozierendenzimmern sind mit Absperrband versperrt, über der Tür zur Bibliothek hängt ein großes Banner mit ‚geschlossen‘, überall sieht man den Schriftzug ‚besetzt‘. Reguläre Veranstaltungen werden in der Woche vom 15. bis 19. Juni nicht stattfinden, stattdessen gibt es ein Alternativprogramm. „Dies ist ein Warnsignal an Universität und Politik,“ so die Stellungnahme der Studierenden, „wir wollen, dass sich endlich etwas bewegt.”

Die Studierenden fordern eine Überarbeitung der neuen Prüfungsordnungen, die im Rahmen des Bolognaprozesses für die neuen Bachelor und Masterstudiengänge auch für Geisteswissenschaften eingeführt wurden. Das Bachelor-System in seiner derzeitigen Ausgestaltung sei für ein Philosophiestudium nach Erfahrung der StudentInnen vollkommen ungeeignet. Von den vier bisher gestarteten Bachelor Jahrgängen sind derzeit noch knapp 60 Studierende eingeschrieben, für mehr als 2/3 der Studierenden war spätestens nach dem vierten Semester klar, dass sie das Studium nicht beenden werden.
Doch auch die finanzielle Situation am Seminar ist dramatisch. „Mit Einführung der Studiengebühren will sich das Land, wie befürchtet, Stück für Stück aus der Finanzierung der Universität zurückziehen,“ so Daniel Rübel, Student am philosophischen Seminar und Fachschaftsmitglied. Nicht einmal die gesetzlich geforderte Finanzierung des Regelbetriebes ist sichergestellt. Langfristig befürchten die Studierenden einen weiteren Rückzug des Landes aus der Finanzierung von Bildung. Eine Anhebung der Studiengebühren und die damit verbundende folgende soziale Elitebildung an den Universitäten wären die unmittelbaren Folgen.

„Philosophie ohne Ethik (-Professur) ist Bilden ohne Verantwortlichkeit”, so ein weiteres Plakat im Innenhof der Neuen Uni. Damit beklagen die Studierenden den Mangel an angemessenen Seminaren für die LehramtsstudentInnen des Studiengangs Philosophie/Ethik. Vom Oberschulamt verlangte Veranstaltungen werden nicht ausreichend oder gar nicht angeboten. Dabei ist gerade in der heutigen Zeit, in welcher das Schulfach Ethik aufgrund der kulturellen Vielfalt in Deutschland immer wichtiger wird, eine qualifizierte Ausbildung von Ethiklehrern und -lehrerinnen essentiell.
Darüber hinaus bleibt auch die Demokratisierung der Universität ein Schwerpunkt. Forderungen nach einer Verfassten Studierendenschaft, direkte Einwirkungen auf Personal- und Lehrplanentscheidungen sowie der Ausbau der regulären Lehre und inhaltliche Ausweitung der Lehrpläne sind den Studierenden wichtig.

Die Studierenden, die sich auch für bessere Lehr- und Arbeitsbedingungen im Mittelbau und bei den Professoren einsetzen, begrüßen die Solidarisierung vieler Dozenten mit ihren Forderungen und Vorgehen. „Lehrkörper und Studierende sind aufeinander angewiesen. Dies ist die einmalige Möglichkeit, zusammen Ziele zu erreichen, die jeder von uns zwar anstrebt, die man alleine jedoch nicht verwirklichen kann.”, so Stella Schmoll.

Heidelberg, 15.Juni 2009

Aktuelle Informationen: http://philostreik.wordpress.com

Bundesweite Presseerklärung

Auch auf bundesweiter Ebene wurde heute folgende Presseerklärung an viele Medien geschickt:

Bundesweiter Bildungsstreik in über 80 Städten hat begonnen

Im ganzen Bundesgebiet finden Kundgebungen, Debatten und Besetzungen an Bildungseinrichtungen statt. Die Betroffenen der Bildungsmisere setzen sich zur Wehr und gestalten ihre Bildung neu: Inhaltliche Auseinandersetzung gepaart mit vielfältigem Protest. Am Mittwoch werden dezentrale Demonstrationen in ganz Deutschland stattfinden.

Am heutigen Montag wurden bereits Universitätsgebäude besetzt (beispielsweise in Heidelberg, Berlin und Hamburg) und blockiert (Wuppertal, Bochum), Protestcamps mit alternativen Lernveranstaltungen eröffnet (München, Trier, Flensburg, Münster, Saarbrücken, Marburg, Würzburg, Freiburg, Bielefeld). In Düsseldorf findet zur Stunde ein Sit-In vor der Staatskanzlei statt, in Stuttgart eine Kundgebung. Jedem Studierenden wird in Weingarten ein symbolischer Beitrag von 20 Cent für Skripte zurückgezahlt. “Unser Unterricht stinkt” heißt es bei Aktionen in Duisburg und Essen. In Greifswald schlug der “Exmatrikulator” zu und entfernte zahlugsunfähige Studierende aus Seminaren. In über 90 Städten startete heute der Bildungsstreik.

Weitere Informationen stets über den Live-Ticker: www.bildungsstreik2009.net/ticker

In den nächsten Tagen werden Studierende, Schüler_innen, Lehrende, Dozierende, Eltern, Gewerkschaften und andere sozialen Gruppen die Missstände an Bildungseinrichtungen deutlich artikulieren und weitgehende Veränderungen einfordern.

Alternative Lehrveranstaltungen, Demonstrationen, Vorträge, Diskussionen, kulturelles Programm, bunte Aktionen und Akte des zivilen Ungehorsams werden in dieser Woche die inhaltliche Auseinandersetzung über den gesellschaftlichen Stellenwert von Bildung in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken, der spürbare Protest wird dem Diskurs Nachdruck verleihen.

Getragen wird der Bildungsstreik von einer breiten Basis aus dezentralen Bündnissen. Seit über einem halben Jahr findet eine intensive Vernetzung und inhaltliche Koordination der lokalen Bündnisse statt. “Die Zustände vor Ort konnten so mit den strukturellen Ursachen der Bildungsmisere verbunden und ein gemeinsamer, übergreifender Protest von verschiedenen Gruppen in dieser Woche organisiert werden”, fasst Laura Klink aus Trier den Charakter des Bildungsstreiks zusammen.

Den Beteiligten am Bildungsstreik geht es um eine Bildung, die zur kritischen Reflexion befähigt, sich an gesellschaftliche Bedürfnissen orientiert und Theorie und Praxis verbindet.

Von Bedeutung sind für die Schüler_innen und Studierenden dabei insbesondere die Demokratisierung des Bildungssystems, die Abschaffung des Bachelor- und Masterstudiums in der derzeitigen Form, die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems, kleinere Klassen, die soziale Öffnung der Hochschulen, die Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen und ein Ende des Einflusses der Wirtschaft in allen Bildungseinrichtungen.

Entscheidend dafür sind neben einer ausreichenden Finanzierung darüber hinausgehende strukturelle Veränderungen, welche ein grundlegend anderes Bildungsverständnis erfordern.

“Eine Gesellschaft mit einem der selektivsten Bildungssysteme, welches Lernende nicht dazu befähigt, sich kritisch mit vermittelten Inhalten auseinander zu setzen, ist keine Demokratie!”, so Mo Schmidt aus Marburg. Weiter führt er aus: “Der Kampf für ein alternatives Bildungssystem ist ein Kampf für eine wahrhafte Demokratie, deswegen geht Bildung uns alle an.”

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