In der Jungle World gab es neulich einen interessanten Artikel zur geplanten Rüstungsforschung an der Uni Bremen, an der es seit 1986 eine Zivilklausel gibt.

Ein Satellitenkonzern, der auch die Bundeswehr beliefert, möchte an der Bremer Universität eine Stiftungsprofessur einrichten. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Universität eine Zivilklausel ändert, die jegliche Beteiligung an Rüstungsforschung ausschließt.

Bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ist eine Schule in Bremen besetzt worden. Dem Schüler-Kollektiv “Fort Bildung” geht es um mehr Mitbestimmung und Rücknahme der Stellenstreichungen. Ein Gesprächsangebot der Bildungsbehörde wurde abgelehnt, denn die Schüler stehen für Basisdemokratie – Graswurzeldemokratie, wie sie es nennen. So wird am Abend in einer Vollversammlung darüber diskutiert, wie das Gespräch geführt werden soll. Über Nacht bleiben die Schüler dann in der Schule an der Delmestraße.

Einen Videobeitrag gibts hier: www.radiobremen.de

Und hier noch einige Artikel: www.weser-kurier.de —  www.radiobremen.de —  www.radiobremen.de

An der Uni Gießen wird zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen für alle Leute, die sich gegen Missstände im Bildungssystem einsetzen (wollen), vom 12. bis 14. August eingeladen.

Es sollen unter anderem Perspektiven für gemeinsame Aktionen im Herbst/Winter diskutiert werden.
Die Anwesenden beim Anfangsplenum am Freitag abend werden sich auf das zeitliche Skelett mit Themen und der letztendlichen Arbeitsweise für das Wochenende einigen.

Für das leibliche Wohl und Übernachtungsmöglichkeiten (Schlafsack bitte nicht vergessen) ist gesorgt. Eingeladen wird vom AStA der Uni Gießen. Continue reading »

Globaler Tag der Solidarität mit Aktivist_innen in Puerto Rico

Der 11. März 1971 war einer der blutigsten Tage in der Geschichte der Universität von Puerto Rico. Der Hauptcampus in Rio Piedras wurde von der Polizei gestürmt, was zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führte. Dabei starben zwei Menschen.


Seit Monaten schon kämpfen Studierende in Rio Piedras (Puerto Rico) gegen das Vorhaben der Regierung ab Januar 2011 Studiengebühren in Höhe von €800 pro Semester einzuführen in einem Land, in welchem knapp die Hälfte der Menschen unter der Armutsgrenze leben. Die Studiengebühren werden zur Folge haben, dass mindestens 10.000 der insgesamt 65.000 Studierenden ihr Studium abbrechen müssen.

Diese Maßnahme ist neben der Streichung von 25.000 Stellen im öffentlichen Sektor der nächste Schritt einer nicht nur in Puerto Rico betriebenen Privatisierungspolitik.

Um diesem Vorhaben zu stoppen, protestieren Studierende gemeinsam mit Professorinnen und Angestellten der Universität bereits seit Monaten, indem sie den universitären Betrieb bestreiken.

Die Regierung versucht den Protest auf dem Campusgelände durch massive Polizeiangriffe zu unterbinden. Durch das gewalttätige Vorgehen der Polizei mit Tränengas- und Rauchbombeneinsatz, haben diverse Menschen Verletzungen erlitten. Viele Protestierende wurden verhaftet. Einige Frauen sogar sexuell belästigt.

Das Eindringen der Polizei auf dem Campus musste zuvor durch das Oberste Gericht in Puerto Rico bewilligt werden, da Universitätsgelände als autonomer Bereich gelten und nicht von der Polizei oder anderen Sondereinheiten betreten werden dürfen.

Die Ereignisse in Puerto Rico zeigen, wie skrupellos mit Menschen allgemein und Studierenden im Besonderen umgegangen wird, die sich gegen zunehmende Privatisierung von Bildung und für demokratische Strukturen an Bildungseinrichtungen stark machen und erinnert wegen der massiven staatlichen Repressionen zunehmend an die Geschehnisse am 11. März 1971.

Auch das Free Education Movement Marburg versteht sich als Teil der globalen Bewegung für freie und emanzipatorische Bildung.

Wir solidarisieren uns mit den Studierenden in Puerto Rico in ihrem Einsatz für freie und emanzipatorische Bildung.

Free Education Movement Marburg

For Free Emancipatory Education in Puerto Rico and Everywhere else!

~ one world – one struggle ~

Homepages für Einzelheiten:
http://ism-global.net/march11_solidarity
http://redaccion-pr.net (offizielle Homepage der Organisator_innen des Aktionstages)

Eine Übersicht der Aktionen weltweit, die am 11.03. stattfanden,  gibt es auf englisch hier:  ism-global.net

Freie Bildung hier und überall! Reclaim your Brain – Reclaim your Future

Im Rahmen der Kampagne zur Abschaffung jeglicher Form von Studiengebühren und zur Einführung einer Verfassten Studierendenschaft in Baden-Württemberg findet am Mittwoch den 26. Januar 2011 eine bundesweit mobilisierte Demonstration in Karlsruhe statt!

Unser Protest richtet sich unter anderem gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 26.01.2005 gegen das Hochschulrahmengesetz, in dem Studiengebühren auf Bundesebene verboten wurden, aber auch gegen die aktuelle Landesregierung die 500 Euro allgemeine Studiengebühren verlangt.

Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) ruft Alle auf sich kreativ an der Demonstration zu beteiligen!

Aufruf des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS) zur bundesweiten Demonstration am 26. Januar 2011 in Karlsruhe:

Zum sechsten Mal jährt sich die Einführung von allgemeinen Studiengebühren in der Bundesrepublik und des damit einhergehenden Verlustes einer Chancengleichheit für alle an einem freien, selbstbestimmten sowie kostenfreien Bildungsangebot zu partizipieren.

Auch nach sechs Jahren hat sich an der sozialen Unverträglichkeit, der Selektivität sowie dem Aufbau bzw. Förderung einer finanziell abgesicherten Bildungselite durch die Einführung von Studiengebühren nichts geändert. Ganz im Gegenteil, diese soziale Selektion wird weiterhin durch unsoziale, realitätsferne und neoliberale Bildungspolitiker_innen ganz in ihrem Sinne ausgebaut.

Nach sechs Jahren sind die Studierenden nicht leiser geworden. Die Misere im Bildungssystem hat viel eher dazu geführt, dass sich der Kreis derjenigen, die sich um ihre Zukunft betrogen fühlen, um ein vielfaches vergrößert hat. Schüler_innen, Auszubildende, Studierende, Eltern sowie die Beschäftigten in allen Bildungsbereichen zeigten und zeigen im Rahmen bundesweiter Bildungsstreikbündnisse, dass sie verstanden haben, dass momentan das Geld die Bildungschancen jedes/jeder Einzelnen bestimmt und nicht der selbstbestimmte Mensch.

Entgegen der bisherigen verfehlten Bildungspolitik fordern wir daher:

- Die bundesweite Abschaffung aller Bildungsgebühren

- Ein freies, selbstbestimmtes und flexibles Studium frei von sämtlichen Studiengebühren bzw. Studienkonten

- Die Wahrnehmung der finanziellen Pflichten bzw. Verantwortung der Länder gegenüber den Hochschulen im Sinne einer Vollfinanzierung dieser

- Das Verbot von privaten sowie wirtschaftlichen Geldgeber_innen zur Finanzierung von politisch gewollten Haushaltslöchern an staatlichen Hochschulen

Um den Protest einzudämmen bzw. ein Aufkeimen zu unterbinden, wurden und werden Mitbestimmungsorgane wie die verfasste Studierendenschaft abgeschafft bzw. gesetzlich unterbunden oder eingeschränkt. Der hierarchischen Umwandlung der Hochschulen hin zu einer Verantwortungsstruktur die auf wenige Einzelne zuläuft, muss eine gleichberechtigte Mitbestimmung aller Hochschulbeteiligten entgegengesetzt werden. Das ökonomische, verwertungsorientierte auf Humankapital abzielende Hochschulsystem degradiert die Studierenden zu rechtlosen Kund_innen.

Daher fordern wir weiterhin:

- Die sofortige Wiedereinführung bzw. den Ausbau der Verfassten Studierendenschaften sowie deren rechtliche Verankerung in den Hochschulgesetzen der jeweiligen Länder.

- Für die Studierenden und ihre Vertretungen das Recht auf freie Meinungsäußerung und das politische Mandat. Also die Abschaffung des Maulkorbs, den die Studierenden seit 30 Jahren tragen müssen.

Um unseren Unwillen gegenüber der bisherigen Bildungspolitik deutlich zu zeigen, rufen wir am 26.Januar 2011 zu einer bundesweiten Demo in Karlsruhe gegen Studiengebühren und für die Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft auf.

Unsere Demonstration reiht sich ein in die vielen verschiedenen Protestfeuer-Aktionen des Bildungsstreik BaWü, die in eine große, landesweite Aktion am 29.Januar 2011 in Stuttgart münden werden. Das ABS unterstützt die Forderungen des Bildungsstreiks und ruft zur Beteiligung an seinen Aktionen auf. Denn Freie Bildung wollen wir für alle Menschen verwirklichen, ob in der Kita, Schule, Ausbildung, Hochschule oder der Erwachsenenbildung.

Freie Bildung hier und überall!

Reclaim your Brain – Reclaim your Future

Für Meinungsfreiheit und (kosten-)freie Bildung.

Gemeinsam kämpfen, demonstrieren, besetzen, klagen und boykottieren.

Gemeinsam auf die Straße gehen und sich wehren.

Mit Aktionen und Präsenz Regeln überschreiten und die Grenzen klar machen, weil unsere Grenzen überschritten wurden und werden.

Mehr Infos guckst du HIER.

Am 17.01. startete in Freiburg die Protestfeuer-Tour des Bildungsstreik BaWü. Eine bunte und lautstarke Demonstration fand ihren Höhepunkt in der Entzündung des Protestfeuers, das in Form einer Feuertonne in mindestens 11 Städte während der nächsten zwei Wochen gebracht wird. Überall in Baden-Württemberg werden Bildungsstreik-Aktionen darauf aufmerksam machen, dass Bildung in allen Bereichen selbstbestimmt, demokratisch und frei von Selektion sein muss. Der Höhepunkt des Bildungsstreik-Protestfeuers wird eine Großdemonstration am 29.01. in Stuttgart sein.

Tour-Daten:

Mo. 17.01. Freiburg
Di. 18.01 Weingarten
Do. 20.01. Sigmaringen
Fr. 21.01. Mannheim
Sa. 22.01. Heilbronn
Mo.24.01. Heidelberg
Di 25.01. Tübingen
Mi. 26.01. Karlsruhe
Do. 27.01. Ludwigsburg
Fr. 28.01. Pforzheim
Sa. 29.01. Stuttgart

Aufruf zum Protestfeuer

BaWü brennt: Seid dabei – Gemeinsam tragen wir das Feuer des Protests aus ganz BaWü nach Stuttgart!

Durch jahrelang andauernde und immer weiter um sich greifende Proteste gerät die schwarz-gelbe Vorherrschaft in Baden-Württemberg endlich ins wanken. Wir wollen die Chance der Landtagswahlen nutzen um ein für allemal deutlich zu machen, dass Bildung frei und demokratisch gestaltet sein muss und deswegen nicht zur Ware gemacht werden darf. In vielen aufeinanderfolgenden Demos und Aktionen in ganz Baden-Württemberg werden wir unsere Kräfte zusammenführen und schließlich am 29.01 in Stuttgart zur vollen Entfaltung bringen. Schüler_innen, Auszubildende, Eltern, Lehrer_innen und Studierende in jeder Stadt und jedem Dorf sind dazu aufgerufen sich dem gemeinsamen Protestzug anzuschließen. Von einer kleinen kreativen Aktion bis zur großen Demo, vom Clownsauftritt bis zur Blockade sind alle bildungspolitischen Protestinitiativen willkommen. Am 17.01. wird in Freiburg ganz im Südwesten ein Protestfeuer entzündet. Dieses werden wir als Symbol für den landesweiten Protest für freie Bildung von Stadt zu Stadt weitertragen. Jeden Tag soll so eine Protestaktion an einem Ort in BaWü stattfinden, bis das Protestfeuer am 29.01. zur Bildungsstreik Großdemonstration die Landeshauptstadt erreicht.

Mehr Infos HIER.

Die zunehmende Ökonomisierung und Privatisierung von Bildung sind weltweite Phänomene, welche auch in den Bildungseinrichtungen vor Ort zu beobachten sind. Im Rahmen des 1. Marburger Forums für Bildung diskutierten am 20. November 2010 rund 50 Interessierte unterschiedliche Facetten zu diesem Thema unter dem Motto “Wa(h)re Bildung”. Continue reading »

Seit dem Entstehen des “Bildungsstreik” treffen sich Aktive aus den lokalen Bündnissen bei sogenannten bundesweiten Vernetzungstreffen ungefähr einmal im Monat, um gemeinsam Proteste zu koordinieren, voneinander zu lernen und sich auszutauschen. Außerdem werden meist die Beschaffung von bundesweiten Materialien und die Pressearbeit ebenfalls koordiniert.

Hier nun die Ergebnisse des letzten Treffens, welches vom 06.-08. August an der TU Berlin stattfand.

Da einige lokalen Bündnisse bei sich nicht die Kapazitäten sehen großartig für Proteste kommenden Herbst zu mobilisieren, wird es keine Aktionswoche oder Aktionstag als “bundesweiter Bildungsstreik” vorerst geben.

Stattdessen werden die lokalen Bündnisse dazu aufgerufen sich an den vielen Protesttagen der Gewerkschaften (eine genaue Auflistung folgt bald) und der “Global Wave of Action for Education” zu beteiligen.
Um gemeinsam Aktionen zu koordinieren und stärker unsere Ansichten kundzutun, habe einige Aktive auf dem bundesweiten Treffen das “Free Education Movement” (FEM) initiiert. Unter diesem Namen können sich Gruppen und Bündnisse zusammenfinden, um gemeinsam diesen Herbst/Winter Aktionen, Proteste und Veranstaltungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Verbindendes Element ist die internationale “gemeinsame Erklärung“. Der 17.11. hat sich als möglicher zentraler Aktionstag herauskristallisiert, da dieser Tag auch den “International Students’ Day” markiert und einen Höhepunkt der “Global Wave” darstellen wird. Auch in einigen Städten in Deutschland wird sich bereits auf diesen Tag vorbereitet, so z.B. in Hessen (dezentraler Aktionstag).

Außerdem wurden zwei größer angelegte Treffen andiskutiert, bei welchen die “Reflektion” und “Ausarbeitung von Perspektiven” im Vordergrund stehen soll.
Eines davon ist eher für Ende September und das andere für Ende November angesetzt. Sobald es mehr dazu gibt, werden die Einzelheiten auch hierzu bekannt gegeben.

Wir Eltern fordern:

Viel bessere Bildung für jede/n Schüler/in durch neues Bildungssystem!

Wer an unseren Kindern und Jugendlichen, an Bildung und Ausbildung spart, zerstört die Stützen unserer Gesellschaft!!

Unsere Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft !!!

Der Familienalltag mit Schulkindern hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert, da in der Schule immer mehr Leistung in immer weniger Zeit gefordert wird. Die Lernbedingungen haben sich gleichzeitig nicht verbessert, die Klassen sind häufig immer noch zu groß, die Ausstattung veraltet etc. Die Vergleichsarbeiten, frühe Auslese in der Grundschule und die Einführung von G8 bringen zusätzlich viel Stress in die Familien. Die verfügbare Freizeit hat sich für viele Schüler/innen durch immense Hausaufgaben-Mengen und zusätzliche Lern-Aufgaben stark verringert. Auch setzen die zahlreichen Tests und Arbeiten viele Schüler/innen unter zusätzlichen Druck und fördern unsinniges Bulimie-Lernen (Ein solches Lernen ist nur auf kurzfristigen Lernstoff-Konsum mit anschließendem „Ausspucken“ bei Tests oder Arbeiten ausgerichtet – im Langzeitgedächtnis kann so nichts verankert werden).

Wir Eltern wollen keine unzufriedenen Lern-Roboter, sondern fröhliche, gesunde und bewegungsfreudige Kinder und Jugendliche !!!

Herumtollen und Entdecken der Umgebung, die Pflege von Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen, Vereinsmitgliedschaften u.a. haben deutlich abgenommen.

Bewegungsarmut und gesundheitliche Probleme hingegen nehmen bei den Kindern und Jugendlichen immer mehr zu.

Viele Eltern fühlen sich durch die häufig notwendigen Hilfen bei den Schulaufgaben, Nachhilfetätigkeiten u.a.m. überfordert.

In vielen Familien gibt es kaum noch lernfreie und entspannte Tage und Wochenenden. Auch in den Ferien wird oft nachgelernt und geübt. Die Nachhilfe-Institute verzeichnen in den letzten Jahren einen sprunghaften Zuwachs. Für zahlreiche Familien bedeutet dies zusätzliche zeitliche und finanzielle Belastungen und Einschränkungen, die auf Kosten des Familienlebens gehen. Immer mehr Familien können auch durch die Zusatzaufwendungen für Nachhilfe und Lernmaterialien nicht (mehr) in den Urlaub fahren. Die Folge: Die „soziale Schere“ geht immer weiter auseinander.

Bei den jetzigen Rahmenbedingungen in den deutschen Schulen kann trotz großer Bemühungen der Lehrkräfte kaum noch guter Unterricht und eine positive persönliche Entwicklung der Schüler/innen stattfinden, denn das Lernen ist verkürzt auf Pauken und gute Noten!!! Wer da nicht mithalten kann, fällt schnell durch das Raster – und endet häufig ohne Schulabschluss und bei Hartz IV.

Wir ELTERN wollen aber etwas ganz anderes!!! Wir wollen, dass jedes Kind, jede/r Jugendlicher unabhängig von der gesellschaftlichen Schicht und dem Einkommen der Eltern die gleichen Chancen hat, die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten optimal zu entwickeln. Unsere Kinder und Jugendlichen benötigen Zeit und Raum zur freien Entfaltung, zur Förderung des selbständigen Denkens und Lernens. Und sie brauchen auch soziale Orientierungshilfen für ein partnerschaftliches Leben in einer demokratischen und sozialen Gesellschaft.

Deshalb lehnen Wir Eltern diese herrschende, neo-liberale, selektive und menschenverachtende Bildungspolitik, die unsere Kinder und Jugendlichen einseitig auf wirtschaftliche Verwertungsinteressen hin ausbildet und unter permanent hohen Druck setzt, entschieden ab!!!

Wir ELTERN fordern ein neues, gerechtes und kostenfreies Bildungssystem für ALLE Kinder, Jugendlichen, Auszubildenden und Studierenden!!!

Für das Leben lernen beinhaltet viel mehr als Unmengen an Lernstoff! Schulischer Erfolg und Schulabschlüsse dürfen nicht mehr auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Person und einen gut bezahlten Job ausgerichtet sein, sondern müssen sich am Menschen mit seinen persönlichen Fähigkeiten orientieren.

Wir Eltern fordern

  • eine Neu-Definition von Lernen, Bildung und Ausbildung als Anfang für eine Neuorientierung unserer Gesellschaft, in der nicht das Geld, sondern endlich wieder der Mensch im Mittelpunkt steht!

Für uns beinhaltet gutes und pädagogisches Lernen und Lernerfolg viel viel mehr als gute Noten (die es ohnehin immer weniger und nur noch für wenige Schüler/innen gibt). Lernen wie wir es wollen, ist ein Lernen mit Zeit zum Nachdenken über den Lernstoff, ausprobieren, reflektieren, eigene Erfahrungen machen, mit Zeit für die Sinnsuche und einer individueller Meinungsbildung.

Unsere Kinder und Jugendlichen sollen nicht nur pauken, sondern endlich wieder Zeit für ihre eigene Entwicklung haben, zur Regeneration, zum spielen, musizieren, Sport treiben, Freunde treffen, chillen u.a.v.m.

Wir Eltern sehen dringenden Handlungsbedarf, denn unsere Schüler/innen sind keine Ware, sondern Menschen!

  • Wir brauchen ein neues Bildungskonzept in Deutschland und in Europa, das die Schüler/innen wieder in den Mittelpunkt des Lernens und des Lebens stellt, in der Zeit zum Lernen ist und die Lehrkräfte endlich wieder pädagogische Freiräume haben!!!
  • Wir brauchen ein Schulsystem, das die Schüler/innen gern besuchen und in der das Lernen freiwillig und motiviert stattfindet – der Erfolg ist dann gesichert!
  • Wir brauchen für unsere Kinder und Jugendlichen endlich ein völlig neu organisiertes Schul-/Bildungsystem
  • Wir brauchen mehr engagierte und motivierte Lehrkräfte
  • wir wollen viel weniger Verwaltung und Kontrolle, dafür mehr Zeit zum Lernen
  • Wir wollen fröhliche Kinder und Jugendliche, die sich gern bewegen und Spaß am Leben und Freude am Lernen haben!

Ein neues Bildungssystem braucht das Land!!!

  • Wir Eltern fordern bessere Lernbedingungen für unsere Kinder und Jugendlichen, Azubis und Studierenden und zwar in allen Bereichen der Bildung und Ausbildung!
  • Wir brauchen viel mehr Geld für Bildung und Ausbildung!


I.   Der neue Ansatz: Bildung und Ausbildung muss frei, kostenlos und offen sein für alle!

  1. Abschaffung des gegliederten Schulsystems (Haupt-/Real-/Förderschulen, Gymnasien) und völlige Neugestaltung eines einheitliches, gleichberechtigten Bildungsangebotes für ganz Deutschland/Europa!
  2. deutliche Verbesserung der finanziellen und personellen Ausstattung aller Kitas/Schulen und Unis.
  3. rasche und flächendeckende Entwicklung von echten, gebundenen Ganztagsschulen (umgehend beginnen mit mind. 1 Schule pro Schulform und Schulträger-Bezirk)
  4. eine umfassende Lernmittelfreiheit, d.h. eine vollständige und aktuelle Ausstattung mit allen notwendigen, aktuellen Fachbüchern und ergänzenden Lernmaterialien (Workbooks, Atlanten, Musik- und Kunstmaterialien etc.) und Heften u.a.m. für Bedürftige.
  5. kostenlose Schülerbeförderung für alle Schüler/innen bis zum erfolgreichen Schulabschluss!
  6. Schulgebäude, die freundlich und altersgruppengerecht gestaltet sind und große Klassenräume
  7. Schüler-Arbeits- und Aufenthaltsräume, Eltern-Gesprächsräume, Lehrer-Arbeitsräume, Schüler- und Lehrkraft-Bibliotheken  u.a.m. als Grundausstattung jeder Schule.
  8. kostenlose Betreuungsangebote durch Fachpersonal über das Unterrichtsangebot hinaus

II.   Schulzeit

Wir Eltern lehnen frühzeitige Auslese ab und fordern sofortiges, längeres gemeinsames Lernen und gleiche Chancen für alle nach skandinavischem Modell!

  1. Wir wollen, dass alle unsere Schülerinnen und Schüler ohne Selektion länger und gemeinsam lernen können, am besten gemeinsam bis zu 10. Klasse (d.h. mittleren Abschluss)
  2. Das Oberstufensystem G8 ist nicht ausgereift und sehr viele Eltern und Schüler/innen wollen weiterhin in 9 Jahren zum Abitur. Wir unterstützen die Forderung der Landesschülervertretung (LSV) und des Landeselternbeirates von Hessen (LEB) nach einer Schulzeitverkürzung für alle betroffenen Schulformen, d.h. wenn Verkürzung, dann nur in der Oberstufe und individuell nach 2 oder 3 Jahren.
  3. Wir brauchen zusätzlich zur verlängerten gemeinsamen Lernen auch einen neu organisierten Schulalltag, damit das lehren und lernen angenehmer werden (z.B. das Doppelstunden-System (Rhythmisierung), die gebundene Ganztagsschule u.a.m. weisen in die richtige Richtung).

III.   Unterrichtsqualität

Qualität von Unterricht: Lernen braucht Zeit, Begleitung, Kompetenz und Erfahrung

  1. Kleine Klassen in allen Schulformen und Jahrgängen
  2. Entschleunigung des Schulalltags, Rhythmisierung und sinnvolle Tagesstunden- und Wochenplanung, um die optimalen Lernphasen besser nutzen zu können
  3. weniger bzw. keine Hausaufgaben, sondern Übungsphasen integriert im Unterrichtsalltag
  4. Individuelle Förderung je nach Leistungsstand und Leistungsziel (Fördern und Fordern)
  5. Mindestens 115-120 % Personalabdeckung durch Lehrkräfte, zzgl. ausreichend Stunden für Sozialarbeiter und Schulpsychologen für jede Schule
  6. Wir wollen Integration statt Ausgrenzung und fordern daher die sofortige Umsetzung der UN-Richtlinien zur Inklusion (umfassende Integration von Behinderten auch im Schulalltag)
  7. Engagierte, motivierende Lehrkräfte, die ihren Unterrichtsstoff in der vorgegebenen Zeit erfolgreich vermitteln können
  8. Wertschätzender, partnerschaftlicher Umgang der Schüler/innen und Lehrkräfte untereinander
  9. Bildung von Lehrenden-Teams, die gemeinsam den Unterricht vor und nach bereiten sowie einander konstruktiv begleiten, um den Unterricht für alle angenehmer und erfolgreicher zu gestalten
  10. Wir brauchen endlich demokratische Schulstrukturen mit Mitentscheidungskompetenzen für Schüler/innen, Lehrkräfte und Eltern in allen wichtigen Fragen des Schulalltags und der Schulentwicklung. Einführung von Schulparlamenten als Entscheidungsorgan an jeder Schule

IV.   Gesundheit

Gesunde Schüler/innen lernen besser – schaffen wir die Grundlagen dafür!

Deshalb fordern wir:

  1. Schulen mit gesunder, ökologischer Lernumgebung als Standard für jedes Schulgebäude
  2. kostenlose Schulverpflegung für ALLE Schüler/innen inkl. Obst und Getränken (Milch, Wasser) in Schul-Mensen.
  3. mehr und regelmäßige Bewegungsangebote in allen Schulen und im Schulalltag
  4. mehr Zeit für Spiel, Sport und Spaß (Konzept der bewegten Schule)
  5. regelmäßige Wechsel zwischen Lern- und Entspannungsphasen bis zum Schulabschluss
  6. kind- und jugendgerechte Möblierung und Ausstattung der Schulen
  7. Wasser-Trinkautomaten in jede Schule (d.h. gekühltes Leitungswasser zum selber zapfen)
  8. Wir unterstützen, dass die Schüler/innen während des Unterrichts Wasser trinken dürfen.

Unsere verschiedenen Bildungssysteme in Deutschland verändern sich erst, wenn  WIR GEMEINSAM, als Eltern, Schüler/innen, Studierende, Auszubildende und Lehrende uns zusammen tun und gemeinsam auf die Straße gehen und immer wieder und aktiv uns einsetzen für ein neues Bildungssystem!!!

Deshalb:

Stellen wir uns gemeinsam gegen den derzeitigen Bildungsalltag
Demo am 09.06.
Treffpunkt: 13.15 Uhr Leopold Lucas Str. / Gesundheitsamt

Bildungsstreik 2010; Bundesweiter Aktionstag am 09.06.2010

Eine Schule soll

  • ein Ort sein, an dem jeder/m SchülerIn die Chance hat zu lernen. Dafür muss es eine Gemeinschaftsschule geben. An dieser Schule können ALLE SchülerInnen lernen.
  • so gestaltet werden, dass die SchülerInnen die Schule mit ihren Lehrern gestalten, dies bedeutet sie entscheiden mit, wie ihre Schule aussieht und sich entwickelt.

Der Unterricht soll

  • so gestaltet werden, dass die SchülerInnen die Möglichkeit haben, ihre Stärken zu zeigen und in dabei gefördert werden.
  • gleichzeitig sollen SchülerInnen grundlegende wichtige Eigenschaften und Fähigkeiten lernen. Dabei ist es wichtig, dass geeignete Bedingungen gegeben sind. Dies bedeutet: kleine Lerngruppen, aktuelles Lernmaterial und funktionierendes Lehrmaterial z.B. zur Visualisierung von Lerninhalten.

Besonders die Schulzeit ist wichtig zur Entfaltung und Entdeckung seiner eigenen Persönlichkeit und seiner Stärken, dafür muss Raum gelassen werden.
Dies bedeutet,

  • kein Leistungs- und Prüfungsstress, der nicht zu bewältigen ist und
  • Wiederenführung von G9.

Wenn diese Punkte umgesetzt werden würden (und dies bedeutet defacto: mehr Mitbestimmung für alle Schüler, Einführung der Gemeinschaftsschule, kleinere Klassen, bessere Ausstattung für die Schulen und Abschaffung von G8), entstände eine Schule, in die man wieder gerne gehen würde und in der  man wieder gerne vieles lernen möchte!

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