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Depressive Kinder: Welchen Anteil hat die Schule?

Vergangenen Donnerstag (08.07.2010) kam in der Sendung Monitor ein Beitrag zum Thema Depression bei Kindern und Jugendlichen und inwiefern die Schule dabei eine Rolle spielt.

Ich kann ihn nur weiterempfehlen, zumal er deutlich zeigt, wie sehr der Lesitungsdruck Kinder und Jugendliche schädigt. Das Thema wird leider viel zu selten in der Öffentlichkeit thematisiert. Schließlich muss jede/s selbst zusehen, dass er/sie mitkommt in der Schule.

Zum Beitrag gehts HIER.

Das nächste “große” Planum – Nächster Termin voraussichtlich Anfang August.

Das nächste “große” Planum findet am kommenden Mittwoch (07.07.)

um 18 Uhr im Raum 104 im Hörsaalgebäude statt.

!!! IST AUSGEFALLEN !!!

Dabei wird es hauptsächlich um die Planung für den Herbst gehen. Wir waren uns letztes Mal einig, dass wir lieber weniger dafür aber prominentere Dinge machen wollen. Eine Art Veranstaltung ist angedacht mit inhaltlicher Auseinandersetzung zum Thema Bildung, aber eben nicht nur als Vortrag, sondern möglichst ansprechend für viele Statusgruppen. Wie diese nun aussehen könnte, wollen wir am Mittwoch besprechen. Kommt also zahlreich und bringt Ideen und Vorschläge mit.

International die “Global Wave of Action for Education” angekündigt!

“Global Wave of Action for Education”
- Are you ready for it?
-

Aktivist_innen weltweit kündigen gemeinsam koordinierte Proteste gegen die zunehmende Kommerzialisierung und Privatisierung öffentlicher Bildung und für freie und emanzipatorische Bildung an. Die “Global Wave of Action for Education” ist geboren! Anfang Oktober beginnt diese mit einem großen Aktionstag in den U.S.A.!

Gestern (16.Juni) haben auf mehreren Kontinenten Menschen durch symbolische Aktionen die “Global Wave of Action for Education” angekündigt.

Die Berichte und Bilder aus den jeweiligen Orten treffen langsam ein. Auch in Marburg gab es eine spektakuläre Banner-Aktion zu diesem Anlass.

Hier noch die Pressemitteilung seitens der “Initiative Bildungsstreik Marburg”. Neben dieser gibt es auch eine “weltweite Pressemitteilung“.

Wer sich für die Situation in anderen Teilen der Welt bezogen auf Bildungssysteme und soziale Bewegungen interessiert kann sich dieses Booklet herunterladen: “Education Activist Movements Worldwide“.

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Pressemitteilung 16.06.2010
Initiative Bildungsstreik Marburg

Globale Aktionswelle für Bildung im Herbst
Aktionstag am 16.06.2010

Ein internationales Netzwerk von BildungsaktivistInnen kündigt für den Herbst 2010 gemeinsame Proteste an. Dazu veranstalten Aktive aus aller Welt am 16. Juni im Zuge des „Day of United Symbolic Actions“ Aktivitäten gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung.

Marburg, 16.06.2010 – AktivistInnen des Marburger Bildungskreiks demonstrierten am Mittwoch Vormittag mit einem 21m² großen Banner an der Philosophischen Fakultät der Philipps Universität-Marburg gegen die weltweite Privatisierung von Bildung und riefen zur aktiven Teilnahme an der globalen Aktionswelle für Bildung im Herbst 2010 auf.

Das Banner mit dem Spruch „Global Wave of Action for Education – Are you ready for it?“ wurde an einem der Uni Türme angebracht. Das Gesicht stellt die Maske aus dem Comic und Film “V wie Vendetta” dar und soll die Notwendigkeit der Rebellion gegen die bestehen Verhältnisse verdeutlichen (in Anlehnung an den Film) und inspirierend wirken.

Die Aktion fand im Rahmen eines weltweiten Aktionstags statt. Um die Bildung Besorgte in über 15 Ländern und vielen Städten darunter, Manila, St. Petersburg, Dresden, Jakarta, Marburg, Prishtina, Kathmandu, San Juan und Moskau, veranstalteten Aktitionen gegen den zunehmenden Einfluss privatwirtschaftlicher Interessen und eine kontinuierliche Entdemokratisierung von Bildungseinrichtungen. Studierende der Universität von Puerto Rico besetzen ein Universitätsgebäude und nutzen den Raum für die Gestaltung eines umfangreichen Bildungsprogramms. In Russland mobilisieren Eltern und ArbeiterInnen gemeinsam zu Flashmobs und Straßentheater. In Indonesien finden Massenmobilisierungen in mehreren Provinzen statt.

Mutiara Ika, studentische Aktivistin aus Yogyakarta, drückt den Protest so aus: „Der Einsatz für freie Bildung kennt einfach keine Grenzen! Freie und emanzipatorische Bildung für alle ist eine grundsätzliche Voraussetzung für jede Gesellschaft, welche sich als demokratisch versteht“.

Die Proteste wurden unter dem Dach des „International Student Movement“ organisiert. Es bietet eine unabhängige Plattform für zahlreiche Initiativen auf der ganzen Welt. Bereits im Oktober und November 2009 gab es massenhaften Protest gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung, den “Bologna-Prozess” und die damit verbundenen Probleme, sowie für freie und emanzipatorische Bildung mit uneingeschränktem Zugang für alle!

Pressekontakt:

“Initiative Bildungsstreik Marburg”
e-Mail: united.for.education@gmail.com

Tel.: +49 1522 456 1455 (Mo Schmidt)
Homepage: www.bildungsstreik-marburg.de (lokal)
www.emancipating-education-for-all.org (global)


Solidaritätserklärung des Instituts Politikwissenschaft

Das Institut für Politikwissenschaft der Philipps Universität Marburg hat sich mit den vorgeladenen Studierenden der letzten Proteste gegen den Hochschulpakt  solidarisiert. Die Erklärung lautet wie folgt:

Solidaritätserklärung des Instituts für Politikwissenschaft

Am Dienstag, den 18.05.2010, fanden sich ca. 600 Studierende nach einer Vollversammlung ein, um gegen den unterzeichneten Hochschulpaktes und die damit einhergehenden Kürzungen spontan zu demonstrieren. Im Zuge der Demonstration wurde die Stadtautobahn kurzzeitig blockiert. Nach 15 Minuten wurde die Blockade friedlich nach Aufforderung der anwesenden Polizeikräfte aufgegeben und die Demonstration zog unter Abfilmen durch die Polizei durch die Nordstadt zurück zum Hörsaalgebäude.

Dort angekommen begann die Polizei willkürlich Personen aus der sich auflösenden Demonstration herauszuziehen und festzunehmen. Insgesamt wurden an diesem Tag vier Personen, unter anderem auch Studierende der Politikwissenschaft vorläufig festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt. Eine weitere Person wurde im Nachhinein vorgeladen, es gibt keine Garantie, dass es bei den fünf Personen bleiben wird.

Das Vorgehen der Polizei erinnert deutlich an die Repression während der Studierendenproteste 2006. Auch hier wurden einzelne Personen stellvertretend für alle demonstrierenden Studierenden angeklagt.

Die Spontandemonstration der Studierenden ist im Gesamtkontext der Proteste gegen den Hochschulpakt zu sehen, die, wie auf der Demonstration in Wiesbaden verdeutlicht wurde, über eine breite und Statusgruppen übergreifende Solidarität verfügen. Der Protest gegen die Mittelkürzungen ist sehr heterogen, steht aber dennoch für ähnliche Ziele.

Das Institut für Politikwissenschaft stellt sich gegen die Kriminalisierung Einzelner und spricht deshalb seine Solidarität für die Festgenommenen aus.

Wichtiges Groß-Plenum am 17.Juni (Do.)

Yep, es ist wieder soweit!!

Der bundesweite Aktionstag ist vorbei, zehntausende waren wieder auf den Straßen. Zeit gemeinsam zu reflektieren und entscheiden wie es weitergehen soll.

Solche Treffen sind immer wunderbar geeignet für “Neueinsteiger” ;)

Komm doch vorbei und gestalte mit!

17. Juni (Do.) – 19.30Uhr – im HS 104

(Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14)

Aufruf: Freie Bildung für ein freies Leben – Kürzungen aktiv entgegentreten!

“Freie Bildung für ein freies Leben – Kürzungen aktiv entgegentreten!”

Auf vielen Ebenen des Bildungssystems ist ein Wandel mehr als nötig. Vom Kindergarten, über die Schulzeit bis zur Hochschule sind krank machender Leistungsdruck, zunehmende Entdemokratisierung der Bildungseinrichtungen, Schulzeit- und Verkürzung der Studiendauer, soziale Selektion, schlechte Lern- und Lehrbedingungen nur einige Symptome. Ähnliche Entwicklungen können auch in vielen anderen gesesllschaftlichen Zusammenhängen beobachtet werden (Betriebe, öffentliches Gesundheitswesen).

Die neulich angekündigten Haushaltskürzungen für Schulen und Hochschulen verschärfen diese Entwicklung zunehmend.

Doch nicht nur die Bedingungen im Bildungswesen verändern sich: Auch die Lehrinhalte werden zunehmend von ökonomischen Gesichtspunkten bestimmt. In den Schulen geht das besonders auf Kosten der musisch-künstlerischen Fächer. Über die Vergabe von Drittmitteln, Stipendien und Sponsoring nimmt an den Hochschulen der Einfluss der Wirtschaft auf Forschung und Lehre weiter zu. Im Hessischen Hochschulgesetz (HHG) gibt es bereits einen Paragraphen (§8, Abs.1), welcher die Hochschulen dazu verpflichtet Drittmittel einzuwerben. Im selben Zuge werden die Mitbestimmungsmöglichkeiten und Freiheiten der Lernenden und Lehrenden zugunsten der Macht von Rektor_innen, Präsidien und externen Gremien beschnitten und somit unternehmerische Strukturen etabliert.

Schauen wir uns diese Entwicklung an, so drängt sich unweigerlich die Frage auf, welche Funktionen das Bildungssytem für die Gesellschaft erfüllen soll: Die Befähigung, sich kritisch mit seinem Umfeld auseinander zu setzten und dieses verstehen zu lernen, oder doch eher Passivität, Gehorsam und Unterwürfigkeit zu fördern? Und was ist mit der Selektionsfunktion?

Als Schüler_innen, Studierende und Auszubildende und teilweise sogar schon im Kindergarten stehen wir im direkten Wettbewerb zueinander. Ein Wettbewerb um wenige Gymnasien-, Ausbildungs- und Studienplätze sowie die Möglichkeit die eigene Arbeitskraft auf dem Markt zu verkaufen. Ein Wettbewerb, der die „Leistungsschwachen“ und Unangepassten aussiebt und ihnen damit die Möglichkeit auf Teilhabe an vielen Bereichen der Gesellschaft verwehrt. Ein Wettbewerb, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Ein Wettbewerb, in dem alle Menschen und Regionen weltweit gegeneinander konkurrieren statt miteinander zu wirken.

Im vergangenen Jahr fanden im Rahmen des „Bildungsstreiks“ in über 100 Städten zahlreiche Aktionen statt, sehr viele Menschen gingen für ein anderes Bildungssystem auf die Straße, Hörsäle und Klassenzimmer in mehr als 70 Einrichtungen wurden von Schüler_innen und Studierenden zeitweise besetzt gehalten.

Es geht weiter, bis die Missstände behoben sind und wir eine freie und emanzipatorische Bildung für alle haben!

Am Mittwoch, 09.06.2010 werden im Rahmen des „bundesweiten Bildungsstreiks“ erneut viele Menschen in allen 16 Bundesländern gemeinsam gegen die vorherrschenden Umstände vorgehen.

09.06. Großdemonstration in MR
„Freie Bildung für ein freies Leben – Kürzungen aktiv entgegentreten!“

Startpunkte: 13.00h vor der Mensa Erlenring &
13.15h Leopold Lucas Str./ Gesundheitsamt

Zwischenstop: 13.45h Marktplatz
Abschluss: 14.45h Firmaneiplatz

Gemeinsam gegen Schulstress und Leistungsdruck, gegen G8, „Bologna-Prozess“ (europaweite Reformbemühungen im Hochschulbereich), Haushaltskürzungen, Entdemokratisierung, Privatisierung und Drittmittelzwang entgegentreten! Gemeinsam für demokratische Bildungseinrichtungen und freie, emanzipatorische Bildung für alle!

Don’t panic – get organized!

www.bildungsstreik-marburg.dekontakt@bildungsstreik-marburg.de (lokal)

www.bildungsstreik.net (bundesweit)

www.emancipating-education-for-all.org (global)

Positionen der Eltern

Wir Eltern fordern:

Viel bessere Bildung für jede/n Schüler/in durch neues Bildungssystem!

Wer an unseren Kindern und Jugendlichen, an Bildung und Ausbildung spart, zerstört die Stützen unserer Gesellschaft!!

Unsere Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft !!!

Der Familienalltag mit Schulkindern hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert, da in der Schule immer mehr Leistung in immer weniger Zeit gefordert wird. Die Lernbedingungen haben sich gleichzeitig nicht verbessert, die Klassen sind häufig immer noch zu groß, die Ausstattung veraltet etc. Die Vergleichsarbeiten, frühe Auslese in der Grundschule und die Einführung von G8 bringen zusätzlich viel Stress in die Familien. Die verfügbare Freizeit hat sich für viele Schüler/innen durch immense Hausaufgaben-Mengen und zusätzliche Lern-Aufgaben stark verringert. Auch setzen die zahlreichen Tests und Arbeiten viele Schüler/innen unter zusätzlichen Druck und fördern unsinniges Bulimie-Lernen (Ein solches Lernen ist nur auf kurzfristigen Lernstoff-Konsum mit anschließendem „Ausspucken“ bei Tests oder Arbeiten ausgerichtet – im Langzeitgedächtnis kann so nichts verankert werden).

Wir Eltern wollen keine unzufriedenen Lern-Roboter, sondern fröhliche, gesunde und bewegungsfreudige Kinder und Jugendliche !!!

Herumtollen und Entdecken der Umgebung, die Pflege von Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen, Vereinsmitgliedschaften u.a. haben deutlich abgenommen.

Bewegungsarmut und gesundheitliche Probleme hingegen nehmen bei den Kindern und Jugendlichen immer mehr zu.

Viele Eltern fühlen sich durch die häufig notwendigen Hilfen bei den Schulaufgaben, Nachhilfetätigkeiten u.a.m. überfordert.

In vielen Familien gibt es kaum noch lernfreie und entspannte Tage und Wochenenden. Auch in den Ferien wird oft nachgelernt und geübt. Die Nachhilfe-Institute verzeichnen in den letzten Jahren einen sprunghaften Zuwachs. Für zahlreiche Familien bedeutet dies zusätzliche zeitliche und finanzielle Belastungen und Einschränkungen, die auf Kosten des Familienlebens gehen. Immer mehr Familien können auch durch die Zusatzaufwendungen für Nachhilfe und Lernmaterialien nicht (mehr) in den Urlaub fahren. Die Folge: Die „soziale Schere“ geht immer weiter auseinander.

Bei den jetzigen Rahmenbedingungen in den deutschen Schulen kann trotz großer Bemühungen der Lehrkräfte kaum noch guter Unterricht und eine positive persönliche Entwicklung der Schüler/innen stattfinden, denn das Lernen ist verkürzt auf Pauken und gute Noten!!! Wer da nicht mithalten kann, fällt schnell durch das Raster – und endet häufig ohne Schulabschluss und bei Hartz IV.

Wir ELTERN wollen aber etwas ganz anderes!!! Wir wollen, dass jedes Kind, jede/r Jugendlicher unabhängig von der gesellschaftlichen Schicht und dem Einkommen der Eltern die gleichen Chancen hat, die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten optimal zu entwickeln. Unsere Kinder und Jugendlichen benötigen Zeit und Raum zur freien Entfaltung, zur Förderung des selbständigen Denkens und Lernens. Und sie brauchen auch soziale Orientierungshilfen für ein partnerschaftliches Leben in einer demokratischen und sozialen Gesellschaft.

Deshalb lehnen Wir Eltern diese herrschende, neo-liberale, selektive und menschenverachtende Bildungspolitik, die unsere Kinder und Jugendlichen einseitig auf wirtschaftliche Verwertungsinteressen hin ausbildet und unter permanent hohen Druck setzt, entschieden ab!!!

Wir ELTERN fordern ein neues, gerechtes und kostenfreies Bildungssystem für ALLE Kinder, Jugendlichen, Auszubildenden und Studierenden!!!

Für das Leben lernen beinhaltet viel mehr als Unmengen an Lernstoff! Schulischer Erfolg und Schulabschlüsse dürfen nicht mehr auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Person und einen gut bezahlten Job ausgerichtet sein, sondern müssen sich am Menschen mit seinen persönlichen Fähigkeiten orientieren.

Wir Eltern fordern

  • eine Neu-Definition von Lernen, Bildung und Ausbildung als Anfang für eine Neuorientierung unserer Gesellschaft, in der nicht das Geld, sondern endlich wieder der Mensch im Mittelpunkt steht!

Für uns beinhaltet gutes und pädagogisches Lernen und Lernerfolg viel viel mehr als gute Noten (die es ohnehin immer weniger und nur noch für wenige Schüler/innen gibt). Lernen wie wir es wollen, ist ein Lernen mit Zeit zum Nachdenken über den Lernstoff, ausprobieren, reflektieren, eigene Erfahrungen machen, mit Zeit für die Sinnsuche und einer individueller Meinungsbildung.

Unsere Kinder und Jugendlichen sollen nicht nur pauken, sondern endlich wieder Zeit für ihre eigene Entwicklung haben, zur Regeneration, zum spielen, musizieren, Sport treiben, Freunde treffen, chillen u.a.v.m.

Wir Eltern sehen dringenden Handlungsbedarf, denn unsere Schüler/innen sind keine Ware, sondern Menschen!

  • Wir brauchen ein neues Bildungskonzept in Deutschland und in Europa, das die Schüler/innen wieder in den Mittelpunkt des Lernens und des Lebens stellt, in der Zeit zum Lernen ist und die Lehrkräfte endlich wieder pädagogische Freiräume haben!!!
  • Wir brauchen ein Schulsystem, das die Schüler/innen gern besuchen und in der das Lernen freiwillig und motiviert stattfindet – der Erfolg ist dann gesichert!
  • Wir brauchen für unsere Kinder und Jugendlichen endlich ein völlig neu organisiertes Schul-/Bildungsystem
  • Wir brauchen mehr engagierte und motivierte Lehrkräfte
  • wir wollen viel weniger Verwaltung und Kontrolle, dafür mehr Zeit zum Lernen
  • Wir wollen fröhliche Kinder und Jugendliche, die sich gern bewegen und Spaß am Leben und Freude am Lernen haben!

Ein neues Bildungssystem braucht das Land!!!

  • Wir Eltern fordern bessere Lernbedingungen für unsere Kinder und Jugendlichen, Azubis und Studierenden und zwar in allen Bereichen der Bildung und Ausbildung!
  • Wir brauchen viel mehr Geld für Bildung und Ausbildung!


I.   Der neue Ansatz: Bildung und Ausbildung muss frei, kostenlos und offen sein für alle!

  1. Abschaffung des gegliederten Schulsystems (Haupt-/Real-/Förderschulen, Gymnasien) und völlige Neugestaltung eines einheitliches, gleichberechtigten Bildungsangebotes für ganz Deutschland/Europa!
  2. deutliche Verbesserung der finanziellen und personellen Ausstattung aller Kitas/Schulen und Unis.
  3. rasche und flächendeckende Entwicklung von echten, gebundenen Ganztagsschulen (umgehend beginnen mit mind. 1 Schule pro Schulform und Schulträger-Bezirk)
  4. eine umfassende Lernmittelfreiheit, d.h. eine vollständige und aktuelle Ausstattung mit allen notwendigen, aktuellen Fachbüchern und ergänzenden Lernmaterialien (Workbooks, Atlanten, Musik- und Kunstmaterialien etc.) und Heften u.a.m. für Bedürftige.
  5. kostenlose Schülerbeförderung für alle Schüler/innen bis zum erfolgreichen Schulabschluss!
  6. Schulgebäude, die freundlich und altersgruppengerecht gestaltet sind und große Klassenräume
  7. Schüler-Arbeits- und Aufenthaltsräume, Eltern-Gesprächsräume, Lehrer-Arbeitsräume, Schüler- und Lehrkraft-Bibliotheken  u.a.m. als Grundausstattung jeder Schule.
  8. kostenlose Betreuungsangebote durch Fachpersonal über das Unterrichtsangebot hinaus

II.   Schulzeit

Wir Eltern lehnen frühzeitige Auslese ab und fordern sofortiges, längeres gemeinsames Lernen und gleiche Chancen für alle nach skandinavischem Modell!

  1. Wir wollen, dass alle unsere Schülerinnen und Schüler ohne Selektion länger und gemeinsam lernen können, am besten gemeinsam bis zu 10. Klasse (d.h. mittleren Abschluss)
  2. Das Oberstufensystem G8 ist nicht ausgereift und sehr viele Eltern und Schüler/innen wollen weiterhin in 9 Jahren zum Abitur. Wir unterstützen die Forderung der Landesschülervertretung (LSV) und des Landeselternbeirates von Hessen (LEB) nach einer Schulzeitverkürzung für alle betroffenen Schulformen, d.h. wenn Verkürzung, dann nur in der Oberstufe und individuell nach 2 oder 3 Jahren.
  3. Wir brauchen zusätzlich zur verlängerten gemeinsamen Lernen auch einen neu organisierten Schulalltag, damit das lehren und lernen angenehmer werden (z.B. das Doppelstunden-System (Rhythmisierung), die gebundene Ganztagsschule u.a.m. weisen in die richtige Richtung).

III.   Unterrichtsqualität

Qualität von Unterricht: Lernen braucht Zeit, Begleitung, Kompetenz und Erfahrung

  1. Kleine Klassen in allen Schulformen und Jahrgängen
  2. Entschleunigung des Schulalltags, Rhythmisierung und sinnvolle Tagesstunden- und Wochenplanung, um die optimalen Lernphasen besser nutzen zu können
  3. weniger bzw. keine Hausaufgaben, sondern Übungsphasen integriert im Unterrichtsalltag
  4. Individuelle Förderung je nach Leistungsstand und Leistungsziel (Fördern und Fordern)
  5. Mindestens 115-120 % Personalabdeckung durch Lehrkräfte, zzgl. ausreichend Stunden für Sozialarbeiter und Schulpsychologen für jede Schule
  6. Wir wollen Integration statt Ausgrenzung und fordern daher die sofortige Umsetzung der UN-Richtlinien zur Inklusion (umfassende Integration von Behinderten auch im Schulalltag)
  7. Engagierte, motivierende Lehrkräfte, die ihren Unterrichtsstoff in der vorgegebenen Zeit erfolgreich vermitteln können
  8. Wertschätzender, partnerschaftlicher Umgang der Schüler/innen und Lehrkräfte untereinander
  9. Bildung von Lehrenden-Teams, die gemeinsam den Unterricht vor und nach bereiten sowie einander konstruktiv begleiten, um den Unterricht für alle angenehmer und erfolgreicher zu gestalten
  10. Wir brauchen endlich demokratische Schulstrukturen mit Mitentscheidungskompetenzen für Schüler/innen, Lehrkräfte und Eltern in allen wichtigen Fragen des Schulalltags und der Schulentwicklung. Einführung von Schulparlamenten als Entscheidungsorgan an jeder Schule

IV.   Gesundheit

Gesunde Schüler/innen lernen besser – schaffen wir die Grundlagen dafür!

Deshalb fordern wir:

  1. Schulen mit gesunder, ökologischer Lernumgebung als Standard für jedes Schulgebäude
  2. kostenlose Schulverpflegung für ALLE Schüler/innen inkl. Obst und Getränken (Milch, Wasser) in Schul-Mensen.
  3. mehr und regelmäßige Bewegungsangebote in allen Schulen und im Schulalltag
  4. mehr Zeit für Spiel, Sport und Spaß (Konzept der bewegten Schule)
  5. regelmäßige Wechsel zwischen Lern- und Entspannungsphasen bis zum Schulabschluss
  6. kind- und jugendgerechte Möblierung und Ausstattung der Schulen
  7. Wasser-Trinkautomaten in jede Schule (d.h. gekühltes Leitungswasser zum selber zapfen)
  8. Wir unterstützen, dass die Schüler/innen während des Unterrichts Wasser trinken dürfen.

Unsere verschiedenen Bildungssysteme in Deutschland verändern sich erst, wenn  WIR GEMEINSAM, als Eltern, Schüler/innen, Studierende, Auszubildende und Lehrende uns zusammen tun und gemeinsam auf die Straße gehen und immer wieder und aktiv uns einsetzen für ein neues Bildungssystem!!!

Deshalb:

Stellen wir uns gemeinsam gegen den derzeitigen Bildungsalltag
Demo am 09.06.
Treffpunkt: 13.15 Uhr Leopold Lucas Str. / Gesundheitsamt

Bildungsstreik 2010; Bundesweiter Aktionstag am 09.06.2010

Brief an die Eltern

[kann auch gerne hier heruntergeladen und ausgedruckt werden]

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Von Eltern – Für Eltern!

Liebe Eltern, Schülerinnen und Schüler,

am Mittwoch, den 09.06.2010 findet ab 13.30 Uhr

ein Nachmittag für eine bessere Bildung auch in Marburg statt.

Denn leider ist der Schulalltag noch weit entfernt vom Optimum, dafür stehen beispielhaft folgende Aspekte:

  • Viele Klassen sind weiterhin zu groß.
  • Es gibt zu oft zu viele Hausaufgaben.
  • Der Lernstress ist für viele sehr/zu groß.
  • Immer noch gibt es häufig Unterrichtsausfall, aber…
  • … dauernd gibt es Tests und Arbeiten/Klausuren.
  • Bulimie-Lernen ist leider zum Alltags-Lernen geworden.
  • Eine individuelle Förderung findet viel zu selten statt.
  • Immer noch gibt es Schulgebäude, die dringenden Sanierungsbedarf haben.
  • Viel zu viele Lehrkräfte sind überlastet.
  • Zeit zum denken, reflektieren und selbständigen Lernen hat große Seltenheit.
  • Projektwochen oder –tage sind zur Seltenheit geworden.
  • Für viele ist G8 spätestens ab der Mittelstufe eine ungeheure Belastung.
  • Skandal!: Am Ende der G8-Mittelstufe gibt keinen mittleren Schulabschluss!
  • Jedes Jahr müssen die Abiturienten vermeidbare Fehler ausbaden, die in Wiesbaden bei der Aufgabenstellung gemacht wurden.
  • An vielen Schulen gibt es Nachmittagsunterricht, aber keine Rhythmisierung, kein warmes Mittagessen etc.
  • Die Kosten für die Schülerbeförderung müssen viele Eltern selbst tragen.
  • .

So kann lernen keinen Spaß machen und so kann lernen nicht besonders erfolgreich sein!!!

Damit sich auch in der hessischen Bildungspolitik und vor allem am Schulalltag unserer Kinder und Jugendlichen etwas ändert, laden wir Sie und Ihre Kinder und Jugendlichen ein:

Kommen Sie/kommt alle mit zum Marburger Bildungslauf!

Demonstration: Mittwoch, 09.06.2010

Start: 13.15 Uhr

Ort: Leopold-Lucas-Str. / Gesundheitsamt

(nach der 6. Unterrichtsstunde zu Fuß oder mit dem Bus zum Startpunkt)

Eine Entschuldigung für Ihr(e) Kind(er) kann hier heruntergeladen werden.

Positionen der Schüler_innen

Eine Schule soll

  • ein Ort sein, an dem jeder/m SchülerIn die Chance hat zu lernen. Dafür muss es eine Gemeinschaftsschule geben. An dieser Schule können ALLE SchülerInnen lernen.
  • so gestaltet werden, dass die SchülerInnen die Schule mit ihren Lehrern gestalten, dies bedeutet sie entscheiden mit, wie ihre Schule aussieht und sich entwickelt.

Der Unterricht soll

  • so gestaltet werden, dass die SchülerInnen die Möglichkeit haben, ihre Stärken zu zeigen und in dabei gefördert werden.
  • gleichzeitig sollen SchülerInnen grundlegende wichtige Eigenschaften und Fähigkeiten lernen. Dabei ist es wichtig, dass geeignete Bedingungen gegeben sind. Dies bedeutet: kleine Lerngruppen, aktuelles Lernmaterial und funktionierendes Lehrmaterial z.B. zur Visualisierung von Lerninhalten.

Besonders die Schulzeit ist wichtig zur Entfaltung und Entdeckung seiner eigenen Persönlichkeit und seiner Stärken, dafür muss Raum gelassen werden.
Dies bedeutet,

  • kein Leistungs- und Prüfungsstress, der nicht zu bewältigen ist und
  • Wiederenführung von G9.

Wenn diese Punkte umgesetzt werden würden (und dies bedeutet defacto: mehr Mitbestimmung für alle Schüler, Einführung der Gemeinschaftsschule, kleinere Klassen, bessere Ausstattung für die Schulen und Abschaffung von G8), entstände eine Schule, in die man wieder gerne gehen würde und in der  man wieder gerne vieles lernen möchte!

Positionen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)


GEW – Marburg unterstützt den Bildungsstreik 2010:

    Höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik – gegen die Ökonomisierung im Bildungssystem !

    Ein grundlegendes Ziel des Bildungsstreiks ist es, eine Diskussion über eine Neuorientierung des Bildungssystems in der Gesellschaft anzuregen:

      • Junge Menschen werden durch Chancenungleichheit und fehlende Ausbildungs- und Studienplätze ihrer Zukunftschancen beraubt. Noch immer leben in Deutschland rund 4 Millionen Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können. 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren haben keine abgeschlossene Ausbildung. Jeder zehnte Jugendliche verlässt die Schule ohne Abschluss, das sind mehr als 65.000  pro Jahr. Einer von drei Jugendlichen mit Migrationshintergrund bekommt keinen Ausbildungsplatz. Kinder aus bildungsfernen und einkommensarmen Familien sind in Deutschland trotz gleicher Begabung eindeutig benachteiligt.
      • Statt – wie in der Verfassung und den einschlägigen Gesetzen vorge-schrieben – die Schulen und Hochschulen staatlicherseits hinreichend mit personellen und sächlichen Mitteln auszustatten, werden sie dem Markt und einem Wettbewerb ausgesetzt und zu Bildungs-Unternehmen umstrukturiert. Nicht mehr die Bedürfnisse der Schüler und Studierenden, sondern wirtschaftliche Effizienz und Kostensenkung stehen im Mittelpunkt. Die Pädagogik wird durch betriebswirtschaftliches Denken verdrängt. Die Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich werden immer mehr flexibilisiert, befristete und prekäre Beschäftigungen sind im Vormarsch.
    • Von der Schule verlangt man heute alles Mögliche und Unmögliche: Kompetenzen diverser Art, gute Allgemeinbildung, PISA-Tauglichkeitstest, Handhabung neuer Medien, Interesse an Politik, Umwelt, Natur und globalen Zusammenhängen und natürlich Erziehung. Aber auch Empathie, Kreativität, Disziplin, Gesundheitsbewusstsein usw. werden verlangt. Will Schule nicht den wechselnden politischen Interessen, Moden und Vorstellungen ausgesetzt sein, bedarf es eines Grundprinzips, auf das sie sich gründen kann. Schule soll fordern und fördern in einer pädagogisch angemessenen Atmosphäre !
      • Obwohl nahezu alle wissenschaftlichen Untersuchungen und die Erfahrungen aus anderen Ländern belegen, dass längeres gemeinsames Lernen für alle besser ist, wird aus parteipolitischen und ideologischen Gründen an einem Schulsystem festgehalten, das Kinder im Alter von zehn Jahren aussiebt, von Freunden trennt und die Lebenswege vorentscheidet. Der schulische Erfolg hängt zu einem Großteil vom Einkommen und der gesellschaftlichen Stellung der Eltern ab.

    Die GEW Marburg unterstützt den Bildungsstreik 2010

    mit folgenden Forderungen:

    • Bildung ist keine Ware, Schule ist kein Wirtschaftsbetrieb und Schüler sind keine Kunden – die Privatisierung von öffentlichen Schulen muss verhindert und die Demokratisierung des Bildungswesens gestärkt werden !
    • Eine Schule für alle! Alle haben ein Recht auf gute, kostenlose Bildung! Wir lassen es uns nicht länger gefallen, dass jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern die Chancen auf eine gerechte Behandlung in der Gesellschaft genommen wird, indem Bildungsgebühren eingeführt und Ausbildungsplätze gestrichen werden!
      Verbesserung der Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler in den Bildungseinrichtungen:
    • geringere Klassen- und Kursgrößen
    • weniger Leistungsdruck
    • Raum für individuelle Förderung von Schülerinnen + Schülern
    • längeres gemeinsames Lernen
    • flächendeckend echte Ganztagsschulen in gebundener Form
    • Rückkehr zu G 9
    • Bereitstellung zusätzlicher Unterstützungssysteme (Sozialpädagogen, Psychologen, …)
    • größere und gut ausgestattete Klassenräume, die Ansprüche moderner Pädagogik erfüllen und auch Bewegungsangebote ermöglichen
    • Unterrichtsausfall muss nicht sein, – stellt 10% mehr Lehrer ein !
      Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer in den Bildungseinrichtungen:
    • weniger Bürokratie, mehr Pädagogik
    • Rücknahme der Pflichtstundenerhöhung für Lehrkräfte und 110%ige Zuweisung an die Schulen
    • Entlastung von Schulleitungen
    • Gegen die weitere Privatisierung der Lehrerfortbildung
    • Bezahlung der Sommerferien von befristet angestellten Lehrkräften
    • mehr Zeit für die eigentlichen Bedürfnisse der Schüler durch persönliche Zuwendung, statt das Schulklima vergiftende und die Lehrergesundheit schädigende psychosoziale Stressfaktoren, die hervorgerufen werden durch z.B.
      • Lernstandserhebungen,
      • Vergleichsarbeiten,
      • Schulprogrammarbeit,
      • vermehrte Prüfungen,
      • permanente Lernplanänderungen,
      • Ausarbeitung von Kompetenzrastern,
      • Zertifizierungskampagnen,
      • Organisation von Schüleraustauschprogrammen,

    usw. Marburg, den 19.05.2010