Nachdem der AudiMax der Universität Wien nun seit knapp drei Wochen von Studenten besetzt wird, die bessere Bildungsbedingungen fordern, schwappte die Besetzungswelle Anfang letzter Woche auch nach Deutschland über.
Zwischenzeitlich waren unter anderem Hörsäle in den Universitäten Münster (03.11.-06.11.), Marburg (05.11-06.11.) und Darmstadt (05.11.-10.11.) besetzt, die aber nach Anweisung der jeweiligen Universitätsleitung zwischenzeitlich geräumt wurden.
Doch trotz der zwischenzeitlichen Räumungen an diesen Universitäten folgten weitere Neubesetzungen. Mehrere im Laufe des heutigen Tages, so dass momentan Hörsäle an folgenden Universitäten von Studenten besetzt sind (Übersicht):
- Universität Heidelberg (03.11.)
- Universität Potsdam (seit 04.11.)
- Akademie der bildenden Künste München (05.11.)
- TU Dresden (09.11.)
- Universität Greifswald (09.11.)
- Hochschule Niederrhein (09.11.)
- Universität Dresden (10.11.)
- Universität Mainz (10.11.)
- Universität Landau (11.11.)
- FU Berlin (11.11.)
- FH Coburg (11.11.)
- Universität Bielefeld (11.11.)
- Universität Würzburg (11.11.)
- Universität Hamburg (11.11.)
- Universität Göttingen (11.11.)
- Universität Hildesheim (11.11.)
- HU Berlin (11.11.)
- FU Berlin (11.11.)
- Uni Hamburg (11.11.)
- TU Berlin (12.11.)
Für die folgenden drei besetzten Universitäten sind bereits Räumungstermine angesetzt:
- Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Inzwischen geräumt)
- HU Berlin (08:00 Uhr am 12.11.)
- Universität Duisburg-Essen (13.11.)
In Österreich, von wo aus die inzwischen europaweite Besetzungswelle ausging, halten Studierende weiterhin Hörsäle an den Universitäten in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt besetzt, um weiteren Freiraum für Diskussionen zum Bildungssystem zu schaffen.
Doch auch in anderen Städten Europas haben Studierende im Zuge der “Global Week of Action” Hörsäle besetzt.
So wurde heute bekannt, dass StudentInnen der Universität in Kamez (Albanien) neben der Besetzung in einen Hungerstreik getreten waren um für freien Zugang zu Masterstudiengängen zu protestieren. Inzwischen soll dort wohl auch der Strom ausgefallen sein und der Zugang zur Universität von einer Gruppe von 300 Leuten blockiert worden sein.
Das London College of Communications war heute nach nur eintägiger Besetzung ebenfalls geräumt worden. Die Studierenden haben für die kommenden Tage bereits weitere Protestaktionen angekündigt!
Seit gestern greift die Besetzungswelle von Österreich auch in der zweiten Alpenrepublik um sich. Im Laufe des Tages wurde die Besetzung der Universität Basel gemeldet. Dort protestieren die Studierenden gegen eine von schweizerischen Wirtschaftsverbänden geforderte Erhöhung der Studiengebühren auf 5000 Franken pro Jahr.
Ausblick auf die nächsten Tage
Für die nächsten Tage sind in verschiedenen Ländern weltweit Aktionen und Proteste geplant.
In Indonesien sind landesweite Proteste für den 17.11. angekündigt, in Sierra Leone sollen bereits einen Tag früher Demonstrationen gegen die Erhöhung der Studiengebühren stattfinden.
Für den 18.11. wurde bereits die Besetzung der Universität in Kopenhagen (Dänemark) angekündigt, ebenso wie der Beginn der Streiktage an mehreren Hochschulen in Kalifornien (USA).
In Frankreich und Italien sollen am 17.11. große landesweite Aktionstage stattfinden.
Eine Liste mit weiteren Informationen zu den weltweit anstehenden Aktionen und Protesten gibt es bei Emancipating Education for all!
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Viele US Universitäten, von denen sich Deutschland den Bachelor und Master abgekuckt hat, kehren inzwischen zurück zum Diplom!
Deutschland schafft sich also gerade ein Bildungssystem, das aus den USA stammt, aber dort inzwischen wieder abgeschafft wird…
Beispiele US-amerikanischer Universitäten, die inzwischen den Weg zurück zum Diplom gefunden haben:
- die Colorado State und die Carnegie Mellon Universitäten mit dem:
„Accelerated BSc/MSc-Modell”
– das MIT und die University of South Florida, mit dem sogenannten:
„Five Year Dual Programme”.
– und noch viele mehr, wie z.B. University of Maryland mit dem
“Combined MS/BS-Programm” .
Das sind allesamt Studiengänge, die unserem Deutschen Diplom / Magister nachempfunden konzipiert wurden.
Und die Liste US-Amerikanischer Universitäten, die Diplomähnliche Studiengänge z.Zt. gerade vorbereiten, kann ohne weiteres fortgesetzt werden..
Der Bologna-Prozess ist kein verbindlicher Vertrag! Deutschland könnte also jederzeit zurück zum Diplom!