bologna-prozessAm Montag, den 26. Oktober hielt das Bologna Experten-Team (Hofrätin Dr. Maria Edlinger-Uni Graz; Prof. Dr. Ulrich Bartosch-KU Eichstätt-Ingolstadt) an der Philipps Universität Marburg eine Werbeveranstaltung zum Bologna-Prozess ab. Thema der Veranstaltung war die Durchführung der Bologna-Umstrukturierung an der hiesigen Hochschule, namentlich „Bologna in Marburg – Tragweite und Funktion universitärer Bildungsziele“. Die Veranstaltung wurde in die Bereiche Kompetenzen, Internationalisierung, Modularisierung und Bologna & IT eingeteilt. Zu diesen Bereichen wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Eingeladen waren Angehörige der Studierendenschaft, des Lehrkörpers und der Verwaltung der Philipps Universität Marburg.

Thema war allerdings nicht, wie die Universität unpassenden Maßnahmen des Bologna-Prozesses entgegenwirken kann. Zwar werden die Bologna-Richtlinien als „überkommen“ empfunden, allerdings auch als alternativlos angesehen. Die Bologna-Verträge wurden nicht als politisch entstanden angesehen, sondern als aufgedrückte Regeln, an denen aber nicht zu rütteln sei. Zu diesem Zweck setzte das Bologna-Expertenteam unwichtige Themen. Namentlich die Debatten um Kompetenzen, Mobilität und Durchführung. Das formale Moderationsrecht hatten zu jedem Zeitpunkt die Mitglieder der Experten-Teams aus Österreich Frau Edlinger und aus Deutschland Herr Bartosch intus, die ihre Agenda mit aller Macht durch zu setzen wussten. Hier wurde mittels Rhetorik und Redeverhalten effektiv Stimmung für die Bologna-Regelungen gemacht. Einwände aus den Reihen von Lehrenden und Studierenden wurde zwar unter „berechtigte Kritik“ verbucht, dann allerdings auch ignoriert. „Die Behandlung von Minderheiten in dieser Debatte ist ein Skandal“, sagte Melanie Frei vom Bildungsstreik-Bündnis Marburg. Die Akkreditierung und damit die Macht der Akkreditierungsagenturen wurden nicht kritisch hinterfragt. Ebensowenig die gesellschaftliche und hierarchische Einbettung von Bildung und Wissenschaft.

Im Rahmen von Gesellschaftlichen Prozessen wie Bildung und Wissenschaft es sind, muss sich darüber verständigt werden, wer die Rahmen für die Diskussion steckt und Inhalte definiert und formuliert. Wer eben entscheidet, was gemacht und gesagt wird. „Wir wollen eine Umstrukturierung von Universität von unten, von denen, die es betrifft. Wir brauchen keine Anweisungen und Planungen von Planungsstäben und Dezentralität heißt für uns, dass wir entscheiden, was passiert, nicht dass wir Regeln, die bereits entschieden sind, möglichst gut umsetzen“, sagte Josephine B., Referentin für Hochschulpolitik im AStA Marburg.

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