Nachdem im gesamten Bildungsstreik und auch bei der G-Gang-Blockade, unter anderem, die massive Unterfinanzierung der Universitäten und ebenso der Uni-Bibliotheken angeprangert wurde, bewegt sich wenigstens etwas: Es sind sowohl für die PolBib als auch für die UniBib weitere Mittel verfügbar, die nun Investiert werden wollen.
Auf diesen erstaunlichen – und begrüßenswerten – Umstand weist die Aktive Fachschaft Politikwissenschaft hin.
Also was muss getan werden, damit das Buch, dass ich schon immer vermisst habe, demnächst in meiner Bib auftaucht?
Schritt 1:
Mail mit folgendem Inhalt schreiben:
Titel: Komplett und fehlerfrei
Autor: oder auch Herausgeber
Verlag: Der Verlag ist wegen der mögl. Neuauflagen wichtig
Auflage: bei bestimmten Auflagenwünschen, sonst die Neuste
Preis: falls ihr den auch noch hinzufügt freut sich Frau Ponitz ganz besonders
UB/PolBib oder bei besonders wichtigen vielleicht auch beide
Link: Als Bonus könnt ihr auch noch nen Link auf nen Buch hinzufügen
Hinweis: Es können auch mehrere Bücher pro Mail angefragt werden.
Schritt 2:
Das Ganze schickt ihr einfach an Frau Ponitz: barbara.ponitz-ouahioune (at) ub.uni-marburg.de
Schritt 3:
Sobald die Liste groß genug ist gleicht Frau Ponitz sie mit dem zuständigen Professor ab (Herr Nötzel).
Voila, mit ein wenig Druck von unten geht es doch
Mal wieder sitzen Leute wegen ihrer politischen Meinung im Knast, diesmal in Italien. Weitere Infos gibts hier für alle die italienisch können und hier etwas kürzer auf Deutsch und hier für Videoliebhaber_innen. Wer seine Solidarität ausdrücken möchte kann das hier tun.
Soli-Schreiben der Bildungsstreik-Gruppe Marburg:
Wir, das lokale Marburger Bündnis für den Bildungsstreik, erklären hiermit unsere Solidarität mit allen Menschen, die gegen den G8-Gipfel in L‘Aquila kämpfen, speziell unseren 21 italienischen Genoss_innen in politischer Gefangenschaft! Euer Kampf ist unser Kampf, ihr geht auf die Straße und tretet mit vollem Einsatz dafür ein, dass die Alternativlosigkeit dieses Kapitalismus endlich überwunden wird. Ihr kämpft ebenso wie wir für eine andere Bildung, gegen die Perspektivlosigkeit kapitalistischer Ausbeutung und für die Überwindung der Grenzen die uns trennen. Ihr kämpft und werdet dadurch Opfer einer politisch motivierten Repression, unter der auch wir immer wieder leiden müssen, zuletzt während der Bildungsstreik-Woche vom 15.-19. Juni, als dutzende friedliche Demonstrant_innen von brutalen staatlichen Knüppelträger_innen verletzt wurden.
Dieser G8-Gipfel, ebenso wie alle anderen Gipfeltreffen der kapitalistischen Regierenden, auch der sog. Bildungsgipfel im Mai diesen Jahres, sind weder demokratisch noch legitim noch effektiv. Sie machen die tatsächlichen Machtverhältnisse in diesem soziopolitischen System deutlich: die Entscheidungen werden nicht in Parlamenten getroffen, sondern von einzelnen Repräsentant_innen der politischen Klasse. Die Verhandlungen und damit auch die Entscheidungen werden durch die technokratischen und ökonomischen Eliten vorbereitet und gelenkt, so dass nicht einmal mehr der alte Parlamentarismus eine Stimme erhält. Dadurch delegitimieren sich die „parlamentarischen“ Staaten selbst und zeigen die tatsächlichen Mechanismen der kapitalistischen Beherrschung in aller Öffentlichkeit, für alle Bürger_innen dieser Erde sichtbar. Selbst eine immer wieder vorgetäuschte Chance auf Veränderungen besteht nicht, da die Verhandlungsthemen anders als öffentlich angepriesen nicht um Armutsbekämpfung, Ökologie oder ähnliches kreisen, sondern um „Wirtschaftsförderung“, „Freihandel“ und Emissionshandel. Das Thema Bildung wird in diesem Zusammenhang nur in leeren Phrasen und Absichtserklärungen behandelt.
Dieser G8-Gipfel muss bekämpft werden, den Herrschenden und ihrer Gewalt muss mit der Friedlichkeit und Menschenliebe unserer Bewegung begegnet werden. Wir werden in den nächsten Wochen versuchen, unsere Solidarität auch praktisch zu machen. Im Moment sind wir damit beschäftigt, die letzte Semesterwoche vor den Semesterferien (die meisten in unserer Gruppe sind Studierende) zur Evaluation und rückwirkenden Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Danach werden wir uns langsam auf die Global Week Of Action (im Rahmen der Kampagne Emancipating Education For All) vorbereiten. Zunächst wünschen wir euch Kraft, um die Repressalien gut und mit Wut und Würde zu überstehen!! Wir stehen an eurer Seite!!!
Lasst uns gemeinsam diesen Kapitalismus bekämpfen und überwinden! Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die alten Herrschaftsmechanismen endlich Platz machen für eine andere Welt!
Wir rufen diesem Staat und seinen Schergen zu:
Wir stehen hinter allen Opfern eurer politischen Repression!
Wir sind mehr als ihr euch vorstellen könnt!
We fight back! We never give up!
Summer Of Resistance!!!
Libere Tutte & Liberi Tutti!
Übersetzung ins italienische
Trotz dessen, dass der Bologna-Prozess von uns in der jetzigen Form im ganzen abgelehnt wird, da, kurz gesagt, innerhalb des Bachelor-/Master-Systems kaum ein kritisch, wissenschaftliches Arbeiten – ganz abgesehen von einem interessengeleiteten Studium – mehr Möglich ist, hier kurz der Hinweis auf eine Online-Petition mit dem Ziel zumindest Master-Studienplätze für alle einzurichten:
Mitzeichnen unter:
http://www.master-fuer-alle.isdrin.de/
Mehr Information unter:
http://masterstudienplatz.wordpress.com/
Petitionstext:
Mit der jetzigen Regel, bei der es so organisiert ist, dass nicht alle einen Masterplatz erhalten, steigt der Konkurrenzkampf unter den Studenten. Es geht nur noch darum gute Noten zu erzielen, um einen Masterstudienplatz zu erhalten. Die Möglichkeit Interessen auch innerhalb des Studiums zu vertiefen bleibt aus. Der Bachelor ist meist nicht berufsqualifizierend, sodass die übrig gebliebenen Studenten kaum etwas mit dem Abschluss erreichen können. Zunehmend wird die Qualität sinken durch das angestrebte Ziel, dass die Studenten möglichst schnell das Studium beendet haben müssen. Dies alles ist nicht tragbar, wenn ein Studium interessant sein soll und auf den Beruf vorbereiten soll!
Gesetzestext:
8. Behandlung der Petitionen durch den Petitionsausschuss
8.4 Sonderregelungen für Mehrfach- und Massenpetitionen
(4) Hat eine Sammel- oder Massenpetition das Quorum von 50.000 Unterstützern erreicht (Nr. 8.2.1, 7. Spiegelstrich), so werden ein Petent oder mehrere Petenten in öffentlicher Ausschusssitzung angehört. Der Ausschuss kann mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder beschließen, dass hiervon abgesehen wird. Diese Vorschriften gelten für Bitten und Beschwerden. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes kann in persönlichen Angelegenheiten nur dann eine öffentliche Ausschusssitzung stattfinden, wenn der oder die Betroffene zustimmt.

Vom 29. Juli bis 04. August findet in Frankfurt am Main eine bundesweite Vernetzungswoche statt.
Treffpunkt ist das Studierendenhaus auf dem Campus der Uni-Frankfurt am 29. Juli zwischen 15 – 15 Uhr (pünktlich!).
In der Einladung heißt es:
Liebe Mitstreiter_innen, liebe Kolleg_innen,
wir laden euch herzlich ein zum gemeinsamen Zelten, Reflektieren und Bewegen während der bundesweiten Vernetzungswoche in Frankfurt, die in einem Monat beginnt.
Themen der Woche (Vorschläge):
- Bildungsstreik 2009: Nachbereitung und Perspektiven
- Bundesweite Vernetzung: wann, wenn nicht jetzt. Aber wie?
- Gesamtgesellschaftliche Vernetzung von Studierenden und Schüler_innen
- Alles Humankapital oder was: Bildung im Kapitalismus
Die Idee hinter dem Treffen: Vernetzung und Organisierung von Schüler_innen und Studierenden aus vielen Städten und Dörfern bundesweit; falls möglich auch mit Aktivist_innen für freie Bildung aus anderen europäischen Ländern.
Wir laden gesellschaftspolitische Akteur_innen aus Initiativen, Bündnissen und anderen überparteilichen Organisationen ein, um mit uns, vielen Bildungsstreik-Aktiven, die zurückliegenden Proteste zu reflektieren und eine weitergehende Bewegung zu organisieren.
Das Ganze findet selbstorganisiert statt, weshalb wir auf die Mitgestaltung aller angewiesen sind. Unter anderem sind da gefragt:
Inhaltliche Vorarbeit:
Falls ihr Texte verfasst habt oder verfassen wollt , die einer Reflektion des Bildungsstreik dienen, Workshops oder Veranstaltungen durchführen wollt oder interessantes Film- und Doku-Material zu sozial- und bildungspolitischen Protesten habt, dann lasst uns im Vorfeld davon wissen bzw. schickt uns diese zu oder bringt diese direkt mit. (Wir gestalten lediglich ein entspanntes und nicht verpflichtendes Rahmenprogramm, können aber bspw. Papiere für alle schon im Vorfeld veröffentlichen und nette Filmabende vorbereiten.
Logistische Unterstützung:
Für eine umfassende Infrastruktur benötigen wir vor allem noch: große Zelte, zusätzliche Decken, Schlafsäcke, Isomatten, Sofas,… Töpfe, große Gaskocher, usw… für eine VoKü (Volxküche = günstig essen für alle, meist vegan). Aber auch Spenden von Geld (s. Spendenkonto des Bildungsstreik), Essen und Trinken nehmen wir gerne entgegen.
Weitere Informationen findet ihr demnächst unter:
www.bildungsstreik2009.de
Kontaktiert uns einfach unter:
vernetzungswoche_ffm[at]gmx.de
- falls ihr die Vernetzungswoche inhaltlich oder logistisch unterstützen könnt oder
- falls ihr Nachfragen habt zu Reisekostenunterstützung, personeller Hilfe vor und nach dem Treffen oder anderem Ungeklärten
Wir sehen uns in Frankfurt – für Solidarität und freie Bildung!
Vorbereitungsgruppe V-Wo/FfM
Eines dürfte uns allen klar sein: Wir haben die aktuellen Krisen nicht verursacht. Und damit ist es nur logisch, dass wir auch nicht bereit sind ihre Konsequenzen und Kosten zu tragen!
Die Krise, das sind viele!

Raven gegen Krise
Alle reden von der Krise und meinen nur die eine, die Finanz-/ Wirtschaftskrise. Wir sprechen von vielen Krisen, denn sieht man sich genauer um, so ist unser aller Lebensumfeld durchzogen von krisengeschüttelten Systemen. Seien es Schul- und Hochschulsystem, deren Missstände nicht erst seit dem Bildungsstreik vor vier Wochen mehr als offensichtlich sind, oder sei es das Pflege- und Gesundheitssystem, dessen Finanzierung und Leistung seit Jahren sinkt. Auch die Krise im Beschäftigungsbereich, durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Zeitarbeitsfirmen, zunehmende Arbeitslosigkeit und faktischen Reallohnsenkungen, drängt sich durch zunehmende Streiks in den letzten Jahren, zuletzt durch der Streik der Erzieher_innen, mehr und mehr ins öffentliche Bewusstsein.
Weniger offensichtliche Erosionserscheinungen sind der Rückgang öffentlicher Freiräume durch Privatisierung, Kommerzialisierung, Überwachung und verschärfte, gesetzliche Regelungen sowie die Krise der inhaltlichen Ausrichtung des Systems, dessen „Versprechungen“ nicht gehalten werden und dessen „Lösungen“ keine sind.
Die populärste Krise aller Zeiten
Zu all diesen Dauerkrisen gesellt sich nun sei neustem die Finanz- und Wirtschaftskrise, deren Ursachen und Lösungen allen angeblich ganz klar zu sein scheinen und dementsprechend propagiert werden: Gierige Manager als einzige Ursache und Konjunkturpakete als einzig mögliche Lösung.
Doch wo die eigentlichen Ursachen liegen wagt niemand zu sagen, nämliche das der Markt und die Deregulierung als höchste Maxime versagt haben. Denn damit würde mensch eingestehen, dass es sich damit um eine Krise der Regelungsmechanismen und der herrschenden, neoliberalen Ideologie handelt, und damit um eine Systemkrise. Denn dann könnte mensch nicht einfach so weiter machen wie bisher und müsste sich ernsthaft Gedanken machen.
Und was auch niemand sagt bzw. sagen will: Wer die Zeche zahlt für die Strohfeuer an Rettungsschirmen, Überbrückungskrediten und Bankbürgschaften, die zur Zeit durchs Land lodern und deren (ver-)blendender Schein die vollen Auswirkungen dieser Krise noch verbergen. Doch wer ein bisschen Fantasie hat, kann sich vorstellen, was nach dem Superwahljahr propagiert werden wird: Weniger Sozialausgaben kombiniert mit Steuern, die garantiert nicht die Gewinnler der letzten Jahrzehnte treffen.
Deshalb sei eines hier klar gestellt: Egal wo im Sozial-, Gesundheits- oder Bildungssystem eingespart werden soll, egal wann, wo und wie Lohnabhängige besteuert werden soll:
Wir tragen die Kosten dieser Krise nicht!
Und wir werden weiter demonstrieren, dass ihre Krise nicht zu unserer Katastrophe wird!