Pressemitteilung der G-Gang-Besetzung

Präsident Nienhaus hat in einem offenen Brief an die gesamte Universität mit einer gewaltsamen Räumung des seit letzten Donnerstag besetzten G-Gangs gedroht. Wörtlich heißt es dort: „Die Universitätsleitung wird deshalb die notwendigen Schritte für eine Räumung einleiten. Das setzt rechtlich zwingend voraus, dass Strafanzeige gegen die Besetzer erstattet wird. Die Besetzer riskieren im Falle einer Räumung schwerwiegende Folgen (…)“

Die besetzenden Studierenden zeigen sich verwundert über das präsidiale Schreiben. In einem ersten Verhandlungsgespräch wurden erste Erfolge erzielt. An mehreren Stellen sind beide Verhandlungsseiten aufeinander zugegangen. Folglich formulierten die Studierenden ein abschließendes Kompromisspapier und boten den Abzug bei Erfüllung der Forderungen an. Das Präsidium kündigte jedoch an, keine weiteren Gespräche zu akzeptieren, statt einem einverständlichen Ende des Konflikts zuzustimmen. Damit beweist Nienhaus ein weiteres Mal, dass er nicht zu Kompromissen oder einer friedlichen Beilegung der Konflikte zwischen Studierenden und Universitätsleitung bereit ist.

Die Besetzer_innen des G-Gangs akzeptieren die Autorität des Präsidiums, jedoch nicht die autokratische Art, mit der versucht wird, die Besetzer_innen zu diskreditieren oder sie gegen andere Studierende auszuspielen. Etwaige Vorschriften, an die sich auch die Universitätsleitung nicht immer hält, werden dafür herangezogen.

„Wir fordern von Herrn Nienhaus, endlich seine Blockade-Haltung aufzugeben sowie sich für seine Studierenden und Untergebenen einzusetzen“ sagt Melanie Frei, eine der Besetzerinnen des G-Gangs. „Wir gehen vom Schlimmsten aus“ fügt Andreas Fried hinzu, „denn Nienhaus teilt uns erst spät abends mit, dass er Strafanzeige gegen uns stellen wird.“

Aufgrund der enormen Bedrohungslage sowie der autokratischen Art des Präsidiums werden wir unsere Energie nicht weiterhin in diese Besetzung stecken, sondern uns auf andere Formen des Protests besinnen. Daher werden wir im Laufe des morgigen Tages die Besetzung räumen. Die Entscheidung, ob es zu einer Eskalation kommt, liegt damit bei Herrn Nienhaus, der hiermit aufgefordert ist, keine Gewalt anzuwenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Melanie Frei & Andreas Fried

Kurzinfo & Hintergrund:

Seit vergangenem Donnerstag den 18. Juni 2009 halten über 100 Studierende der Universität Marburg im Rahmen des Bildungsstreiks einen Teil des politikwissenschaftlichen Instituts der Universität Marburg besetzt.

Sie setzen sich für bessere Studienbedingungen, eine grundsätzlich demokratische Struktur der Hochschule und eine bessere Ausstattung der Fakultät ein.

Kontaktmöglichkeit:

Pressestelle Besetzung G-Gang Melanie Frei & Andreas Fried Telefon: 015120476928

Email: ak-presse@bildungsstreik-marburg.de

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