Seit mehreren Jahren, hauptsächlich seit der Umstellung der Studiengänge von Diplom/Magister auf Bachelor/Master, sind Anwesenheitslisten an der Universität verhasste Realität – verhasst sowohl von Seiten der Studis wie von Seiten der Lehrenden.

Nun sorgt eine Aktion in Marburg für Aufsehen: Die Aufforderung auf einem Flyer, besagte Kontrollinstanz massenhaft einzustecken. Zumindest an der Philosophischen Fakultät scheinen tatsächlich immer mehr Studis die Listen einfach mitgehen zu lassen. Und nun ist auch noch ein Video dazu auf youtube aufgetaucht:

Anwesenheitslisten scheint also tatsächlich jede+r klauen zu können ;-)

Im zur Aktion gehörigen Flyer heißt es:

“Was ist Studium? Studium ist das Interesse an den uns umgebenden Dingen. Wenn ich selbst über mein Studium entscheiden will – also was   mich   interessiert,   was   relevant   ist,   worin   ich   Arbeit investieren will – dann fängt das mit meiner Entscheidung an, eine Veranstaltung   zu   besuchen   oder   auch   nicht.   Anwesenheitslisten sind der  erste  Schritt   zum  verschulten,   langweiligen,   stressigen und Dienst-nach-Vorschrift-Studium.
Deswegen klaue ich ab jetzt Anwesenheitslisten!!!
Und ihr seid alle aufgerufen mit zu machen! Die 3 bis zum 17. Juni besten   Anwesenheitslistendiebe   (keine   Angst,   es   ist   nicht strafbar)   bekommen   ein   Bildungsstreik-T-Shirt   und   eine Überraschung, alle anderen kriegen auch was!
So   geht’s:  Überall   Listen   einstecken,   zur   Demo   am  17.   Juni kommen und absahnen!
Ich unterschreibe nicht!”

In den letzten Tagen war das Gerücht im Umlauf, dass sich sogar das Präsidium schon mit dem Thema beschäftigt hätte – daher hier der Aufruf ans Präsidium: Reagieren Sie mit Verständnis, nicht mit Repressionen! Versuchen Sie den gegenwärtigen Tendenzen der Verschulung von Studiengängen entgegen zu wirken und bestrafen Sie die Studierenden nicht mit weiteren gemeinen Kontrollinstanzen. Diese führen anders als oft verkündet nämlich nicht zu einer höheren Teilnahme, sondern zu mehr Frustration und höheren Abruchquoten. Klausuren am Semesterende (auch in Vorlesungen) sind zwar in vielen Fachbereichen schon bittere Realität, jedoch zeigen sie nur eines: die Unfähigkeit vieler Lehrenden tatsächlich interessante Themen anzubieten sowie auf ihre Studis einzugehen.

Verehrtes Präsidium der Uni Marburg: Sie könnten die Studierenden der Universität entlasten, indem Sie alle Lehrenden dazu aufrufen, für dieses Semester weder Anwesenheitslisten noch Klausuren zu verlangen!

PS: Das Video ist auch unter dem Suchbegriff “Anwesenheitslisten” zu finden.

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